Neue Wählergemeinschaft gegründet / Eigener Bürgermeisterkandidat zurzeit kein Thema
Dienstagabend haben sich die Rebootler getroffen, um sich zu gründen. Mehr als drei Stunden wurde über die zwölf Paragrafen lange Satzung diskutiert, in der zwei Punkte besonders herausragen. Denn sollte sich die Wählervereinigung irgendwann einmal auflösen, fällt das Vermögen zu gleichen Teilen an das Tierheim sowie das Eltern-Kind-Zentrum und: Mitglied kann auch werden, wer bereits in einer anderen politischen Partei eine Mitgliedschaft hat.
"Das ist dann das Problem der jeweiligen Parteien, wie sie damit umgehen", sagt Sven Brandhorst, der in der Versammlung einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt worden ist. Ihm und seinen Mitstreitern geht es darum, mit Reboot eine Alternative zu den anderen politischen Gruppen zu bieten. Besonders junge Menschen seien die Zielgruppe. Sie sollen in der Stadt bessere Ausbildungsmöglichkeiten sowie berufliche Perspektiven geboten bekommen. "Das ist zwar zurzeit auch nicht schlecht, könnte aber an vielen Stellen noch besser werden", sagt Sven Brandhorst, der besonders die Möglichkeiten der Unternehmensgründungen in Minden im Visier hat.
Kern der politischen Arbeit ist der Ausbau der Informationsmöglichkeiten. "Der normale Bürger weiß doch gar nicht, was im Rathaus alles beschlossen wird." Der 31-Jährige sieht Politik und Verwaltung in einer Bringschuld, die jeweils getroffenen Entscheidungen für die Bevölkerung zugänglich zu machen. Dabei ist ihm bewusst, dass dies durch das Rats-Informationssystem längst möglich ist, allerdings: "Man muss schon genau wissen, wo alles steht - und benötigt dann noch eine Menge technisches Verständnis, um an die Infos zu kommen."
Als "Mindener Piratenpartei" sehen sich die Rebootler allerdings nicht. Die seien zwar ähnlich ausgerichtet, haben nach Worten von Sven Brandhorst (der selbst Mitglied der Piratenpartei ist) eine andere Ausrichtung. "Wir sehen uns eher als eine offene Gruppe und unterliegen außerdem auch dem Vereinsgesetz."
Die Mitglieder von "Reboot 14" wollen zunächst versuchen, in die Gremien des Rates zu gelangen. Die Aufstellung eines eigenen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2015 ist für Brandhorst "zurzeit kein Thema". Er selbst sehe sich nicht in dieser Rolle. "Wir wollen jetzt erst einmal mit unserer Arbeit beginnen", sagt er. Zehn Aktive habe man bereits - und in den nächsten Monaten soll ihre Zahl weiter steigen. "Für Transparenz zu sorgen wird unsere große Aufgabe sein", sagt Brandhorst, der bis vor zwei Jahren auch Sachkundiger Bürger der Mindener FDP war.
Wie transparent die Rebooter sind, haben sie bei den Abstimmungen eindrucksvoll gezeigt. Die liefen offen ab. Ein Handzeichen reichte aus. Alle Wahlen endeten einstimmig.