Die Städtischen Betriebe Minden vermuteten mutwillige Beschädigung und erstatteten Anzeige bei der Polizei, nachdem das etwa sechs Zentimeter große Loch in der Wand des ZOB-Servicegebäudes bei einem Kontrollgang entdeckt worden war. Die Pressestelle der Stadt informierte die Medien über den vermeintlichen Akt des Vandalismus.
Vandalismus erscheint inzwischen allerdings eher unwahrscheinlich. Auffallend nämlich: Das Loch ist auf exakt gleicher Höhe wie der Metallknauf der nebenliegenden Tür. "Man hatte sich schon gewundert über das exakt runde Loch", sagt Gerald Schüler, Leiter der Städtischen Betriebe.
Diese Tür benutzen Versorger: Anlieferer von Toilettenpapier zum Beispiel oder Reinigungskräfte. Da zurzeit im Gebäude noch gearbeitet wird, haben auch Fachfirmen Schlüssel für die ansonsten versperrte Tür, erklärt Schüler. Drei Schlüssel seien gegenwärtig extern verteilt.
Auf rund 1000 Euro schätzten die SBM den Schaden und stellten Strafanzeige. Das sei ganz üblich bei so einem Fall, wo die Verursacher sich nicht gemeldet hätten. Wie das Loch genau entstanden sei, darüber könne man nun spekulieren. Schüler hofft, dass sich Zeugen melden. Wäre es jemand aus dem Kreis der dort arbeitenden Firmen gewesen, hätten die sich ja vermutlich sofort gemeldet, sagt er.
Vom MT auf den Zusammenhang zwischen Knauf und Loch aufmerksam gemacht, werden die SBM jetzt möglicherweise einen Beschlag oder ein Scharnier nachrüsten, die künftig ein Anschlagen verhindern können. "Das hätte entsprechend ausgeschrieben werden müssen", so der SBM-Leiter gestern. Für die Ausschreibung sei das externe Planungsbüro zuständig gewesen.
Die Wand besteht aus mehreren Schichten von sogenanntem Trespa-Material, das ist Kunststoff mit harter Metallbeschichtung drauf. Dieses wurde ausgewählt, weil es besonders widerstandsfähig gegen Graffiti ist.