"Bestes für Schüler rausholen": Ria Urban neue Rektorin der Freiherr-von-Vincke-Realschule
Aus Sicht von Elke Gronostay, Leitende Regierungsschuldirektorin in Detmold, ist es erfreulich für alle Beteiligten, dass für die Schulleitungsfunktion nach der Pensionierung von Reinhard Tschapke nahtlos Ria Urban gefunden werden konnte. Eine solche schnelle Nachfolge ist längst nicht mehr die Regel, angesichts der Spannungsfelder, die sich zwischen Schulpolitik und Bürokratie, Elternerwartungen und eigenen pädagogischen Ansprüchen für Schulleiter aufbauen.
Seit zehn Jahren Lehrerin in Minden
Für Ria Urban eine Aufgabe, die sie sich zutraut. Die 43-jährige gebürtige Magdeburgerin scheute sich auch in ihrer Vergangenheit nicht, sich neuen Herausforderungen zu stellen: Nach ihrem Abitur 1986 in der vormaligen DDR durchlief sie zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Nach Öffnung der innerdeutschen Grenze zog sie nach Minden und studierte von 1995 bis 1998 Deutsch, Mathematik und Gesellschaftslehre an der Universität Bielefeld.
Nach dem sogenannten zweijährigen Vorbereitungsdienst in Minden wurde sie 2001 an der Hauptschule Todtenhausen als Lehrerin angestellt. 2009 erfolgte hier die Berufung zur Konrektorin. Laut Elke Gronostay ist die neue Rektorin folglich mit Führungsaufgaben schon länger vertraut. Sie ermutigte Ria Urban, auch weiterhin innovativ tätig zu sein. Zumal die Freiherr-von-Vincke-Realschule mit ihrer selbst entwickelten Ganztagsbetreuung und der beginnenden Erprobung von 60-minütigen Unterrichtsstunden beispielgebend für andere Schulen ist.
"Die Freiherr-von-Vincke-Realschule ist auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel", betonte denn auch Bürgermeister-Stellvertreter Harald Steinmetz. Gebäudetechnisch sieht er sie auf dem Niveau eines Neubaus. Immerhin 6,4 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren in die Schule investiert worden, die derzeit rund 550 Schülerinnen und Schüler zählt. Und auch pädagogisch ist die Vincke seinen Worten zufolge gut für die Zukunft gerüstet.
Ria Urban ist sich jedenfalls sicher, eine "hervorragend funktionierende Schulstruktur" vorgefunden zu haben. Besonders angetan ist sie dabei von der guten Zusammenarbeit im Kollegium sowie von den Kooperationen mit dem TSV Hahlen und zwei Mindener Industrieunternehmen. Und mit Blick in die Zukunft stellte sie klar: Auch wenn momentan nicht wirklich absehbar ist, wohin sich die Schulform Realschule entwickeln wird - "es geht darum, das Beste für die Schüler herauszuholen."