Labradorrüde geht seit zwei Jahren im Haus Emmaus ein und aus / Regelmäßige Besuche in der Hundeschule
Seit zwei Jahren geht der Rüde im Haus Emmaus der Diakonie Stiftung Salem ein und aus. Anfangs war er "nur" der Begleiter seines Herrchens Karsten Behrens, inzwischen hat er – als (fast) ausgebildeter Therapiehund – ein vielfältiges "Aufgabengebiet". So "tröstet" der Vierbeiner bettlägerige Bewohner, in dem er bei ihnen seine Schnauze aufs Bett legt, geht mit einzelnen Senioren spazieren oder läuft schwanzwedelnd durchs Haus.
"Wenn er mal ein paar Tage nicht da ist, wollen alle gleich wissen, wo Max geblieben ist", erzählt Einrichtungsleiterin Schwester Lieseltraud Lange-Riechmann. Und Herrchen Karsten Behrens fügt schmunzelnd hinzu. "Wenn wir gemeinsam durchs Haus gehen, rufen alle nur ‘Hallo Max’, mich nimmt hingegen kaum jemand wahr."
Auf den Hund gekommen ist die Einrichtung durch den Tod einer Bewohnerin. "Die Frau lag im Sterben", erinnert sich Schwester Lange-Riechmann. Karsten Behrens, der als Ergotherapeut im Heim arbeitet, habe den damals noch sehr jungen Max eher zufällig an einem Tag mitgebracht. Der Welpe habe sich dann neben den Liegesessel der Sterbenden gesetzt und sich von ihr ganz ruhig kraulen lassen.
Da der Besuch des Tiers der Frau sichtlich gut tat, besuchte Max sie auch während der kommenden Tage. "Die Angehörigen haben mir erzählt, dass ihre Mutter ganz ruhig ist, wenn Max bei ihr vorbei schaut", berichtet Schwester Lange-Riechmann. Nach einiger Zeit schlief die Frau dann ganz friedlich ein.
Einige Wochen später meldeten sich dann die Kinder der Verstorbenen bei der Heimleiterin. Die Familie spendete eine größere Summe Geld, verbunden mit der Bitte, damit eine Ausbildung für Max zum Therapiehund zu finanzieren. Da auch Herrchen Karsten Behrens mit diesem Vorschlag einverstanden war, stand einem professionellen Training für das Tier nichts mehr im Weg.
Zunächst musste der Welpe mit seinem Herrchen jedoch noch eine ganz normale Hundeschule besuchen. Den ersten Block habe Max inzwischen erfolgreich abgeschossen, freut sich Schwester Lange-Riechmann. Nun könne er nach und nach an Spezialaufgaben herangeführt werden. "Der Hundetrainer, den wir besuchen, hat sich im Bereich der palliativen Medizin spezialisiert", berichtet Karsten Behrens. Dadurch könne das Spezialtraining nahtlos an die allgemeine Grundausbildung anschließen. "Wichtig ist es zum Beispiel, dass Max gelassen bleibt, wenn Bewohner mit Rollstühlen unterwegs sind, beziehungsweise Sonden mit sich führen", erläutert Schwester Lieseltraud Lange-Riechmann.
Karsten Behrens hat mitunter jedoch ganz andere Sorgen. So hat Max inzwischen gelernt, dass er bei Tisch nicht um Futter betteln darf. Doch gerade Senioren wollen das Tier natürlich immer wieder mit einem Leckerli verwöhnen. "Hier muss man dann ganz behutsam vorgehen", meint Karsten Behrens.
Eingesetzt werden soll Max später auch bei der Betreuung von Demenzkranken. "Die Betroffenen wissen in der Regel noch ganz genau, dass sie auf einen Hund aufpassen müssen", berichtet Schwester Lange-Riechmann. Ein Spaziergang durch den hauseigenen Park mit Max könne deshalb eine sehr schöne Abwechslung für sie sein.
Max müsse zwar noch sehr viel lernen, aber eines stehe schon jetzt fest, er tue allen Bewohnern im Haus Emmaus gut, meint Schwester Lange-Riechmann.
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