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28.05.2011
Videoüberwachung an vier Mindener Schulen
Stadt geht gegen Vandalismus an öffentlichen Gebäuden vor/Jährlich Schäden in Höhe von bis zu 45000 Euro
VON HANS-JÜRGEN AMTAGE

Minden (mt). Video gegen Vandalismus. Mit dieser Strategie will die Stadt Minden verstärkt Schäden eindämmen, die vor allem Jugendliche an städtischen Gebäuden, besonders an Schulen, anrichten.

Ab den Sommerferien beginnt die Stadt mit der Installation von Videokameras, die zur Überwachung der Außenbereiche von vier Mindener Schulen beitragen sollen. | Foto: dpa

Ab den Sommerferien werden sukzessive vier Mindener Schulen in sozialen Brennpunkten mit Videokameras für den Außenbereich ausgestattet. Das kündigte der Geschäftsführer der Städtischen Betriebe Minden (SBM), Gerald Schüler, gestern vor Journalisten an.

Jährlich entstünden an städtischen Gebäuden durch Vandalismus Schäden in Höhe von bis zu 45000 Euro, errechneten die SBM. Herausgerissene Jalousien, zerstörte Türen und Fenster, mit Graffiti besprühte Wände - das sind vor allem die Schäden, die angerichtet werden. 70 Strafanzeigen habe die Stadt seit 2008 gegen Unbekannt gestellt, berichtet der auch für die städtische Gebäudewirtschaft zuständige SBM-Chef über die "negative gesellschaftliche Entwicklung."

Seit 2002 habe die Kommune eine deutliche Zunahme von Vandalismus festgestellt, dem mit Runden Tischen, Sozialprogrammen, der seit 2009 bestehenden Ordnungspartnerschaft von Polizei und Ordnungsbehörde sowie anderen Aktivitäten entgegen getreten worden sei. Konzepte der Zusammenarbeit mit Schulen wurden entwickelt. "Doch die Probleme sind nicht geringer geworden."

Mit der Videoüberwachung will die Stadt die Zerstörungen nun eindämmen. Rund 14000 Euro pro Schule werden dafür in die Überwachungstechnik investiert, deren Bilder bei einem Wachdienst auflaufen. Jährlich entstehen Folgekosten von rund 1000 Euro je Bildungseinrichtung.

Diese Entscheidung ist eine Fortentwicklung bereits begonnener Sicherheitsmaßnahmen. So wurden die Schulen mit Einbruchmeldeanlagen ausgestattet. Seit der Inbetriebnahme gingen dort die Einbrüche deutlich zurück. Für die Vermeidung von Vandalismus im Außenbereich diente diese Technik jedoch nicht.

So rüsten sich die Städtischen Betriebe jetzt an vier Schulen in sozialen Brennpunkten der Stadt gegen die Problematik. Zunächst wird die Mosaikschule im Stadtteil Bärenkämpen mit Videokameras ausgestattet. Dann folgt die Freiherr-von-Vincke-Realschule. Weitere Schulen liegen im Süd- und Ostteil der Stadt. Eingesetzt wird die Videoüberwachung zwischen Unterrichtsschluss und -beginn, betont Gerald Schüler. "Wir werden nicht während des Unterrichtsbetriebes Schuleingänge oder Ähnliches überwachen und uns ansehen, wer dort ein- und ausgeht", versichert der SBM-Geschäftsführer. Der bedauert zugleich, dass all die Sanierungsmaßnahmen an Schulen und anderen städtischen Einrichtungen nicht dazu beigetragen haben, Vandalismus zu verhindern. "Dabei sollte man davon ausgehen, dass eine attraktive Infrastruktur hilft, Sachbeschädigungen einzudämmen."

Sozialprogramme sollen ausgeweitet werden

Neben der Überwachung wolle die Stadt aber auch auf die Ausweitung von sozialen Programmen setzen, um der Zerstörungsproblematik zu begegnen, erläutert Schüler.

Als Anfang 2009 die damalige schwarz-gelbe Landesregierung Pläne veröffentlichte, die Videoüberwachung an Schulen und öffentlichen Plätzen zu erleichtern, hatte sich bei einer Umfrage unter den Mindener Bildungseinrichtungen gezeigt, dass sie einem solchen Überwachungsinstrument nicht generell ablehnend gegenüberstanden. Allerdings: Nicht die Kontrolle von Schülern, sondern die Abwehr von Vandalismus müsse das Ziel sein.

Vor zwei Jahren begann das Ratsgymnasium auf Eigeninitiative mit der Videoüberwachung des Fahrradabstellbereiches. Seither sind dort Diebstähle und Vandalismusschäden deutlich zurückgegangen.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 27.05.2011 um 21:16:02 Uhr

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Kommentare
@blog_micky
Auch wenn deine Beweggründe durch aus nobel sind und an der Jugendpolitik hier Einiges mangelhaft ist, so solltest du mal deine Gedankengänge etwas zügeln und nachdenken, bevor du schreibst.
Die Jugendpolitik hat nicht die Aufgabe die Kinder zu erziehen, dafür sind immer noch die Eltern verantwortlich. Wenn es dort nicht klappt muss die Politik eingreifen, aber Verantwortung kann und darf man den Eltern nicht abnehmen.
Wenn du jetzt schreibst, dass dieser Vandalismus eine direkte Folge von fehlendem öffentlichem Engagement für Kinder ist kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Kein Kind richtet großen Schaden an weil ihm langweilig ist. Wäre dem so, dann hätten wir diese Probleme auch in den 50ern und 60ern gehabt, wo die Kinder nachweislich NICHTS hatten. Erziehung ist und bleibt Sache der Eltern und die Schulen werden mit den Kameras außerhalb der Schulzeiten ein Stück weit geschützt.
Richtig ist, dass der Vandalismus wohl nur in andere Bereiche verdrängt wird. Aber hier muss den Kindern ganz anders geholfen werden statt nur mit viel Beschäftigung. Da ist grundsätzlich etwas falsch gelaufen.

Hallo! @Verquer: Das war durchaus mein Gedankengang, wobei ich nun nicht behaupten will das Grundschüler wissentlich ihre Schule zerstören! Auf höheren Schulen ist das aber durchaus so, auch hier in Minden! Allerdings muss ich auch sagen, das ich einige Tage hier in Minden an einer Grundschule in einem "Brennpunktstadtteil" hospitiert habe und definitiv sehr darüber erschrocken war welche potentielle Gewalt doch teilweise schon bereits unter den Grundschülern herrscht und auch gegeneinander ausgeübt wird, verbal ebenso wie körperlich!

Ich wollte ja auch vielmehr auf den grundsätzlichen Umgang mit den Jugendlichen in der Region und die verfehlte kommunale Jugendpolitik hinaus...

Für mich drückt das Anbringen von Sicherheitskameras das Scheitern der kommunalen Politik aus und zeigt mir, das man zukünftig lieber weg schaut und das Thema an simple Sicherheitsdienste abschiebt, was kostentechnisch ja auch einfacher zu realisieren ist und langfristig günstiger sein dürfte als zum Beispiel eben weitere Sozialarbeiter einzustellen... Gruß blog_micky

@blog_micky: "Es muss schon viel Hass in einem jungen Menschen stecken so das er seine eigene Schule demoliert um seinen Frust zum Ausdruck zu bringen!"

Das ist hoffentlich nicht tatsächlich Ihr Gedankgang, oder?
Natürlich kann ich auch nicht ausschließen, dass das im Einzelfall so ist, aber gerade an der Grundschule scheitert Ihr Beispiel . . .
Aber wenn es so wäre, dann wüsste man ja wen man ansprechen muss . . .

@Hugo: ich glaube eher die Schulen mit den "Guten" bekommen nichts - zumindest von der Stadt . . .

Die Schulen mit den "guten" Kindern bekommen Lehrmittel und die Schulen mit den "bösen" Kindern bekommen Sicherheitstechnik.

Hallo, es ist gut das endlich etwas gegen Vandalismus an den Schulen getan wird, aber andererseits muss man auch erkennen, dass diese Form der Überwachung ein deutliches Zeichen für das Versagen der Jugend- und Kinderpolitik in unserer Region und dem Kreis ist. Es ist mehr als traurig, dass die zahlreichen kommunalen Einrichtungen für Jugendarbeit nicht in der Lage sind den Jugendlichen hier soweit sinnvolle Perspektiven und Freizeitangebote zu unterbreiten, dass diese keine "Straftaten" mehr begehen müssen. Auch die betroffenen Schulen selber haben hier eindeutig versagt, den auch sie scheinen ja nicht in der Lage zu sein auf die Probleme ihrer "Kundschaft" angemessen einzugehen. Es muss schon viel Hass in einem jungen Menschen stecken so das er seine eigene Schule demoliert um seinen Frust zum Ausdruck zu bringen! Wäre man den begründeten Forderungen nach mehr Schulsozialarbeitern bereits vor einigen Jahren nachgekommen, hätte man diese Probleme jetzt nicht und müsste für viel Geld nicht solche teure Sicherheitstechnik in den Schulen einbauen! Letztendlich wird diese Lösung den Vandalismus nur aus den Schulen in andere Bereiche verdrängen, aber das Problem garantiert nicht lösen... Gruß blog_micky


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