Minden/Berlin (dpa/mob/sbo). Der EHEC-Keim hat jetzt auch die heimische Region erreicht. Wie die Pressestelle des Johannes Wesling Klinikums dieser Zeitung bestätigte, werden seit gestern Nachmittag ein Mann aus Bückeburg und ein weiterer Patient aus dem Kreis Minden-Lübbecke wegen des durch den EHEC-Erreger verursachten hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) im Mindener Klinikum intensiv medizinisch betreut. Die anderen Mühlenkreiskliniken hätten bislang keine Fälle gemeldet, bestätigte Pressesprecherin Katrin Tönse auf Anfrage.
Über die Schwere der Erkrankung konnten keine Angaben gemacht werden. Das Gesundheitsamt des Kreises Schaumburg ist nun dafür zuständig, schnellstmöglich die Ursache der Erkrankung und genaue Ansteckungswege zu ermitteln.
Die Zahl der Patienten, die sich mit dem lebensgefährlichen Darmkeim EHEC infiziert haben, nimmt rasch zu. So sind deutschlandweit mehr als 600 Fälle registriert, von denen aber noch nicht alle bestätigt sind. Am Dienstag waren es noch 460. In der Region OWL gab es gestern Abend rund 30 bestätigte und Verdachtsfälle.
Eine Quelle der tödlichen EHEC-Infektionen ist gefunden: An drei Salatgurken aus Spanien hat das Hamburger Hygiene-Institut eindeutig den gefährlichen Durchfall-Erreger EHEC identifiziert."Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen", teilte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) mit.
Das Robert-Koch-Institut hatte gestern Abend vor dem Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten aus Norddeutschland gewarnt. Die Erkrankten in einer Studie hätten diese Gemüse deutlich häufiger gegessen als gesunde Vergleichspersonen, hieß es. Experten glauben, dass die Fahndung nach dem Erreger noch Wochen dauern könnte und womöglich gar kein Ergebnis liefern wird.
Meldungen über bestätigte Infektionen oder Verdachtsfälle kommen mittlerweile aus 15 Bundesländern. Der Schwerpunkt liegt dabei weiterhin in Norddeutschland. Auch viele Infizierte aus anderen Bundesländern waren dort zu Besuch gewesen. Bislang hat das Bakterium nachweislich zum Tod zweier Menschen geführt. Bei weiteren Fällen besteht der Verdacht, dass EHEC die Todesursache ist. In NRW gibt es "keine besorgniserregenden Veränderungen bei den Fallzahlen", so das Düsseldorfer Gesundheitsministerium.
Anmerkung der Redaktion: Korrigierte Version. In der Ursprungsfassung war in Überschrift und Einleitung irrtümlich von einem Virus die Rede.










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