Pilotprojekt Minden für berufstätige Eltern soll der Standortförderung dienen / Überbrückung der Sommerpause
Wie Bürgermeister Michael Buhre anlässlich einer Pressekonferenz am Mittwoch erklärte, sei das Pilotprojekt zur Ferienbetreuung im Zusammenhang mit den Bemühungen der Stadt zur Standortförderung zu sehen. Eine Bedarfsanalyse der städtischen Wirtschaftsförderung bei mittelständischen Unternehmen habe ergeben, dass Fachkräfte beiderlei Geschlechts in der Familienphase auf eine verlässliche Kinderbetreuung angewiesen seien. Um Personal in der Region zu binden, müsse die Stadt Minden Pendler aus Niedersachsen berücksichtigen, die Betreuungszeiten einzelner Einrichtungen an die Arbeitszeiten der Betriebe anpassen sowie die Schließungszeiten in den Ferien überbrücken. Letzteres sei nun auf den Weg gebracht.
Rainer Mohnfeld, Leiter des Mindener Jugendamtes, erklärte gestern, dass in den Sommerferien 50 Plätze für eine Dauer von maximal drei Wochen zur Betreuung von Kindergartenkindern ab zwei Jahren angeboten werden. Sollte die Nachfrage einen wachsenden Bedarf zeigen, könnte in den kommenden Jahren ein dauerhafter Service mit mehr Plätzen auch über die komplette sechswöchige Schließungszeit hindurch möglich sein. Bislang sei geplant, den Betrieb in der Zeit von 6.30 bis 18 Uhr anzubieten.
Die städtische Jugendhilfe hat die Kitas Leonhardi und Hahlen für ihr neues Angebot gewonnen. Letztere Einrichtung ist in diesem Sommer Ort der Betreuung, im kommenden Jahr sind bei entsprechender Nachfrage beide mit dabei. Interessenten können die Angebote wochenweise buchen und dabei auch ein unterschiedliches Zeitvolumen in Anspruch nehmen. Flexible Regelungen sollen möglich sein.
Auch für die Kinder der Mindener Schulen wird es in den Sommerferien Angebote geben. Die Volkshochschule Minden (VHS) ist bereits an zwölf Ganztagsgrundschulen in der Stadt engagiert und wird zusammen mit der Elsa-Brandström-Jugendhilfe des Deutschen Roten Kreuzes für die Ferienbetreuung sorgen. Die DRK-Jugendhilfe kümmert sich bereits um rund 700 Kinder und arbeitet dabei mit Fachkräften.
Wie VHS-Direktor Dietmar Lehmann und Hans-Jürgen Weber von der Elsa-Brandström-Jugendhilfe gestern erklärten, würden die Betreuungszeiten ebenfalls flexibel gehandhabt - zunächst aber werde es nur ein 35-Stunden-Angebot pro Woche geben. Betrieb ist täglich in der Zeit von 7.30 bis 16.30 Uhr in allen sechs Wochen in den Schulferien. Dazu sind zwei Standorte auf dem linken und rechten Weserufer vorgesehen - in der Bierpohlschule und der Cornelia-Funke-Schule. Bislang soll aber nur eine Einrichtung geöffnet werden; der Bedarf dazu wird jetzt ermittelt. Auch hier sind die Plätze in erster Linie für Mitarbeitende in Mindener Firmen gedacht. Für die Kinder gibt es gemeinsame Ausflüge, eine Kreativwerkstatt, Sportangebote und vieles mehr.
Andreas Chwalek von der Mindener Wirtschaftsförderung wies darauf hin, dass etliche Unternehmen das Angebot der Stadt fördern. So habe das Autohaus Kleinemeyer eine Spendenaktion organisiert. Die Firma Wago unterstütze ihre Mitarbeiter individuell bei den Elternbeiträgen und ein weiteres Unternehmen wolle die Verpflegung mit Mittagessen übernehmen.
Neben dem Sponsoring wird das Angebot natürlich auch über die Elternbeiträge finanziert. Sie betragen in der Woche für 25 Stunden 85 Euro, für 35 Stunden 115 Euro und für 45 Stunden 145 Euro. Die weitere Organisation des Angebotes ist an der Nachfrage orientiert. Schon jetzt können sich Interessenten melden und weitere Informationen erhalten.
Für Kindergartenkinder einschließlich der nach der Sommerpause Einzuschulenden ist die Kita Hahlen zuständig unter Telefon (0571) 43526. Für Schulkinder sind zuständig das DRK, Telefon (0571) 4048, sowie die VHS, Telefon (0571) 83766-0.
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