Orkan Kyrill schlägt 2007 breite Schneise / 3600 neue Bäume am Kammweg des Wiehengebirges gepflanzt
17 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Minden, Petershagen und Köln haben während der vergangenen Tage 3600 Bäume am Kammweg des Wiehengebirges in Häverstädt gepflanzt. "Orkan Kyrill hat hier vor drei Jahren ganze Arbeit geleistet und eine breite Schneise in den Wald gerissen. Den Rest hat dann der Borkenkäfer übernommen", erklärt Förster Markus Uhr vom Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe.
Bevor die Pfadfinder mit ihrer Arbeit starteten, erklärte Markus Uhr ihnen, worauf sie beim Pflanzen achten müssen. "Wichtig ist, dass der junge Baum in den Mineralboden eingepflanzt wird", weiß die zehnjährige Greta. Dafür müsse das Loch tief genug sein. "Die Pflanze wird dann eingesetzt, das Loch ausreichend mit Erde zugeschüttet und gut festgetreten", fügt die elfjährige Lena hinzu. Die Freundinnen sind bereits seit drei Jahren in der Pfadfindergruppe, die von Annette Uhr, Ehefrau des Försters gegründet wurde. Die Pflanzaktion macht den beiden Mädchen Freude. "Da lernen wir auch die verschiedenen Bäume kennen", so Greta und Lena.
Gepflanzt wurden Buchen, Ahorne, Wildkirschen, Wildbirnen, Ulmen, Eiben sowie die seltenen Elsbeeren und Speierlinge. "Wir pflanzen bewusst Mischwald, um das Risiko bei den unsicheren zukünftigen Klimabedingungen besser zu verteilen", erklärt Markus Uhr.
Mit großem Eifer dabei war auch der achtjährige Augustin. Er achtete darauf, dass die Bäume stets eine Spatenbreite auseinandergesetzt wurden. "Dann können sich die Bäume gut entfalten und die Waldarbeiter haben später ausreichend Platz für eine Bewirtschaftung", berichtet der Junge. Binnen einer Stunde habe er, mit der Unterstützung von Annette Uhr, 21 Bäume gepflanzt. Unterstützt wurden die heimischen Pfadfinder von drei älteren Pfadfindern aus Köln. Den Kontakt nahm Annette Uhr auf, da sich in ihrer Gruppe überwiegend jüngere Kinder befinden. "Die Jugendlichen, die in Zelten übernachten, verdienen sich auf diese Weise einen kleinen Obolus für ihre Gruppe", verrät Markus Uhr.
Möglich wurde die Aktion dank einer Spende der Fielmann AG - das Unternehmen stiftete 1325 Bäume. Die Firma engagiert sich seit Jahrzehnten um Umwelt- und Naturschutz, in dem es für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum pflanzt. "Der Baum ist Symbol des Lebens, Naturschutz eine Investition in die Zukunft", erklärt Ina Rinsche, Fielmann-Niederlassungsleiterin in Minden. Sie übergab das neue Grün symbolisch an den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt, Egon Stellbrink.
Der freute sich besonders über die Zusammenarbeit mit den Pfadfindern. So lernten die jungen Leute den Wald noch besser kennen. Wenn sie dann später mit ihren eigenen Kindern einen Spaziergang durchs Wiehengebirge machten, könnten sie stolz sagen: "Diese Bäume habe ich gepflanzt."