Baumfreunde Minden starten Aktion anlässlich des 25. Gedenktages der Tschernobylkatastrophe
Anlässlich des 25. Gedenktages der Tschernobylkatastrophe am 26. April haben die Baumfreunde Minden, eine Projektgruppe im BUND, Kreisgruppe Minden-Lübbecke, Anfang des Jahres weltweit im Internet und per E-Mail kreative Menschen jeden Alters zu Friedensgrüßen aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Zu drei Themen "Frieden in meiner Stadt", "Ein Baum für den Frieden" beziehungsweise "Friedenswünsche" sollten die Künstler Collagen, Gedichte, Zeichnungen und Fotos nach Minden senden.
"Bewusst haben wir das Thema Frieden und nicht die Reaktorkatastrophe in den Mittelpunkt gesetzt", erklärt Elisabeth Schmelzer, Mitglied der Baumfreunde Minden. "Wir wollten vermeiden, dass uns nur dunkle Bilder von Kernkraftwerken und Bomben erreichen." Die Rechnung ging auf. Während der vergangenen Wochen trudelten farbenfrohe Kunstwerke in Minden ein. Da ist zum Beispiel das Bild des achtjährigen Jonas von den Farbklecksen aus Sömmerda in Thüringen. Er hat einen lachenden Friedensminister gemalt, der einen blauen Hut mit einer weißen Taube auf dem Kopf hat und einen großen Globus unterm Arm trägt.
Aber da sind auch zwei tanzende Engel mit der Unterschrift "Let it be" (lass es geschehen), die die schwer kranke 42-jährige Tatjana aus Moskau kurz vor ihrem Tod malte und nach Minden sandte.
Einen Tag nach der Katastrophe in Fukushima erreichte die Mindener Baumfreunde eine Mail Art (Postkunst) von Ryosuke Cohen aus Japan. "Wir haben über den Mindener Mail-Art-Künstler Peter Küstermann, der uns bei der Aktion auch unterstützt hat, Kontakt zu ihm aufgenommen und Hilfe angeboten", erklärt Elisabeth Schmelzer. Bei den regelmäßigen Mahnwachen gegen Atomkraft wurden Postkarten verteilt, die an den japanischen Künstler, als Zeichen der Solidarität, weitergeleitet wurden. Mehrere "Friedensbäume" malten Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule Minden. Und einen Baum voller Herzen erreichte die Baumfreunde von Natalia aus Serbien.
Alle eingesandten Karten wurden kopiert und laminiert. Am kommenden Dienstag, 26. April, werden sie bei einem Friedensfest in die Linde auf dem Johanniskirchhof gehängt. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr mit einem Friedensmarsch vom Marktplatz zum Johanniskirchhof.
Im Juli werden die Karten dann in einer Galerie im Internet veröffentlicht. Ab dem 1. November werden sie für vier Wochen in der Stadtbibliothek in Minden ausgestellt. Danach sollen einige Kunstwerke dann für die Tschernobylhilfe verkauft werden.
Weitere Informationen unter
www.baumfreundeminden.com;
www.flickr.com/photos/lavida/sets/72157625974169668/www.bund-minden-luebbecke.de