Vorbereitende Maßnahme für Sanierung oder Neubau der Kanalisation/Auf der Suche nach Anomalien
Denn im Zusammenhang mit der geplanten Umgestaltung, die vom Land gefördert wird, sollen unter anderem auch die alten und teils maroden Kanäle in der Bäckerstraße erneuert werden. Ob in offener Bauweise oder im unterirdischen Rohrvortrieb, das ist von der Bodenbeschaffenheit abhängig. Und die schaut sich der Karlsbader Geowissenschaftler Dr.Christoph Donié seit Dienstag mithilfe des Georadars und der Geoelektrik genauer an.
Im Auftrag der Städtischen Betriebe Minden (SBM) untersucht er das, was sich unter der Pflasterung befindet. Bis zu sieben Meter tief können Donié und seine Mitarbeiterin in den Boden "schauen" und ermitteln, was die Bauarbeiter später dort erwarten wird.
"Wir wollen uns vor unangenehmen Überraschungen schützen", schildert Bauingenieur Ulrich Schmidt. Er begleitet die Untersuchungen seitens der SBM. Die Gründe für diese Vorsichtsmaßnahme liegen tatsächlich im Boden.
Denn der Bereich Bäckerstraße ist altes Siedlungsgebiet - teilweise auf Schwemmland errichtet. Als Anfang der 1970er-Jahre die Untere Bäckerstraße auf der Nordseite für C&A und Karstadt freigeräumt wurde, entdeckten Archäologen, die vor Beginn der Neubauarbeiten tätig wurden, Pfahlbauten. Und solche vermoderten Holzpfähle könnten bei den anstehenden Kanalbauarbeiten echte Problemfälle werden. Zumindest, wenn ein unterirdischer Rohrvortrieb gewählt würde, der das Aufreißen der Bäckerstraße weitgehend überflüssig machen würde.
"Gemauerte Kanäle oder altes Mauerwerk bilden nicht das Problem", schildert Ulrich Schmidt. Da würde sich der Bohrer durchfressen. Vermodertes Holz aber würde zerfasern und den Bohrer lahmlegen. Die Konsequenz: Die Straße müsste dann doch aufgerissen werden, was nicht nur mehr Aufwand, sondern auch zusätzliche Kosten bedeutete.
So haben sich die Städtischen Betriebe entschieden, auf den Mann zurückzugreifen, der den Boden durchleuchten kann. Das Büro von Christoph Donié war schon an der Großen Trift und der Wettiner Allee mit ähnlichen Aufträgen tätig, doch in der Bäckerstraße fällt er seit Dienstag so richtig auf, wenn über jeweils etwa 70 Meter mit Absperrbaken in der Straßenmitte eine Fläche abgesperrt wird.
Hier setzt Donié in kurzen Abständen Sonden in den Boden, die von einer Autobatterie mit Strom gespeist werden. Durch Messung von elektrischer Spannung und Stromstärke wird bei diesem geoelektrischen Verfahren ein Bild erzeugt, wie es ähnlich aus der Computertomografie bekannt ist. So kann der Fachmann recht genau feststellen, welche Anomalien im Boden vorzufinden sind. Auf die Auffälligkeiten können sich die Planer bei ihren Vorbereitungen für die Bauarbeiten dann einstellen.
Heute Mittag wird Christoph Donié seine Arbeit beendet haben. Dann ist erst einmal die Wettbewerbskommission gefragt, die über die Oberflächengestaltung befinden soll. Ist das Planungsbüro, das den Zuschlag erhalten soll, ausgewählt und die Neugestaltung der Fußgängerzone endgültig festgelegt, haben sich auch die SBM Gedanken darüber gemacht, in welchem Verfahren die Kanalbauarbeiten am besten durchgeführt werden können.
stehenden Code hier ein*: