Durch Spielstunden mit Therapiehund lernen Jungen und Mädchen richtiges Verhalten im Umgang mit Vierbeinern
Der zweijährige Rüde ist ein ausgebildeter Therapiebegleithund und mit seiner Besitzerin Meike Keilani in Kindergärten, Kliniken und Seniorenheimen unterwegs. In diesen Tagen ist er im Domkindergarten St. Michael zu Gast. Dort sollen die Kinder - auf spielerische Weise - alles über Hunde erfahren.
"Kinder, die nicht mit Tieren aufwachsen, wissen nicht, wie sie sich einem Hund gegenüber verhalten sollen", erläutert Meike Keilani, die gelernte Erzieherin ist und eine Zusatzausbildung in der tiergeschützten Pädagogik hat. Viele Kinder hätten deshalb Angst vor Hunden. Andere wiederum gingen unbefangen auf den Vierbeiner zu, was gefährlich werden könnte, so Meike Keilani. Es sei deshalb wichtig, den Kindern einige Grundregeln an die Hand zu geben.
Und so lernen Tom (5), Levi (5), Lara (6), Jeffri (6) und Jasper (5), wie sie verschiedene Verhaltensweisen des Tieres deuten müssen. "Wenn das Fell und der Schwanz von einem Hund hoch stehen und er seine Zähne fletscht, will er uns mitteilen, dass er schlecht gelaunt ist", erläutert Meike Keilani. "Dann solltet ihr den Hund auf keinen Fall streicheln. Wenn er hingegen vorne nach unten geht und sein Hinterteil weit nach oben streckt, will er spielen."
Ein Hund sei jedoch kein Spielzeug, mit dem man machen kann, was man möchte, mahnte die Erzieherin. Tiere seien gleichwertige Partner mit eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen. "Hunde sprechen jedoch eine andere Sprache als wir", erklärte die Erzieherin ihren Zuhörern. Sie verstünden keine langen Sätze. Verwirrend für ein Tier sei es auch, wenn mehrere Leute gleichzeitig auf ihn einredeten. Das Tier brauche kurze Befehle, wie "Sitz" und "Platz".
Bei kleinen Übungen, über Hürden laufen, durch einen Reifen kriechen oder Slalom laufen, konnten die Kinder Erlerntes umsetzen. "Auf diese Weise wächst die Achtung, aber auch das Vertrauen zu dem Hund", so Meike Keilani. Ängstliche Kinder verlören schrittweise ihre Scheu vor dem Tier, und sehr temperamentvolle Mädchen und Jungen begriffen schnell, dass sie konzentriert und ruhig mit dem Tier kommunizieren müssen.
Selbstsicherheit gewinnen
"Es gibt Menschen, die sich in Anwesenheit von einem Tier leichter öffnen", weiß die Therapeutin. Durch das Tier würden sie kontaktfreudiger. Die Anwesenheit eines Hundes gebe ihnen Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Auf diese Weise könnten Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsverzögerungen sowie Sprech- und Sprachstörungen behandelt werden.
Für Tom, Jeffri, Levi und Jasper war es in erster Linie Spaß. Und Lara, die bei ihrer ersten Begegnung mit Freddy noch ängstlich war, hatte am Ende einen neuen Freund in Freddy gefunden.