Minden (sk). Der Mindener Unfallchirurg Prof. Dr. Volker Echtermeyer hat am Sonntag sein Einsatzgebiet Petit Goave in Haiti erreicht. Als Mitglied der Hilfsorganisation "Help - Hilfe zur Selbsthilfe" war der ehemalige Chefarzt am Klinikum am 6. Januar zu seinem zweiwöchigen Hilfseinsatz in das derzeit von einer Choleraepidemie heimgesuchte Land aufgebrochen.
"Überall brennen Müllhalden und das Abwasserproblem ist immer noch nicht gelöst", berichtete gestern der Mediziner gegenüber dem MT von seinen ersten Eindrücken nach der Anreise. Auch die Zerstörungen des Erdbebens vom 12. Januar 2010 seien so gut wie nicht behoben. Immer noch herrsche große Not. Nach wie vor sei zudem die Sicherheitslage in dem Nachbarland der Dominikanischen Republik angespannt.
Echtermeyer war mit einem Expertenteam als medizinischer Berater von Help nach Haiti aufgebrochen. Auf seinem Programm steht der Besuch mehrere medizinischer Einrichtungen. Auch Operationen will der Mediziner gegebenenfalls vor Ort vornehmen. Weiterer Bericht folgt
Fakten
Anlässlich des Jahrestages des Erdbebens in Haiti erklären Tom Koenigs, Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages und Thilo Hoppe, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dass der Wiederaufbau in Haiti gescheitert ist, weil den Vereinten Nationen nicht die notwendigen Mittel bereitgestellt wurden.
Im vergangenen Jahr fehlten 500 Millionen US-Dollar. Auch die Bundesregierung vergibt ihre Hilfen lieber bilateral als effizientere multilaterale Strukturen zu nutzen. Den Vereinten Nationen hat die Bundesregierung bislang keinen Cent der versprochenen Gelder für die Wiederaufbauhilfe ausgezahlt.
Allein für die Bekämpfung der Cholera werden 174 Millionen US-Dollar benötigt. Bislang hat die internationale Staatengemeinschaft nur ein Viertel dieser Summe aufgebracht.
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