Radiologische Praxis stellt neues Diagnoseverfahren zur Früherkennung von Alzheimer vor
Denn die Erkrankung beginnt Jahre bevor erste Symptome, wie Gedächtnisverlust und Leistungsabfall, auftreten. Aber nicht jede Hirnleistungsstörung muss eine beginnende Alzheimer-Erkrankung sein. "Daher ist es wichtig, die Ursache früh zu erkennen, um die richtigen Maßnahmen einleiten zu können", erläutert Dr. Franz-Ulrich Oesterreich von der Radiologischen Gemeinschaftspraxis an der Marienstraße in Minden. Auch wenn die Alzheimerkrankheit heute noch nicht geheilt werden kann, werden durch eine frühe Diagnose wichtige Jahre für Therapien gewonnen, die den Krankheitsverlauf verzögern können.
Eine Hirnvolumenmessung spürt kleinste Krankheitszeichen im Gehirn auf. Dazu wird eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) des Kopfes durchgeführt und medizinisch befundet. Zusätzlich wird eine hochauflösende dreidimensionale Sequenz des Gehirns aufgenommen, deren Datensatz durch ein neues computergestütztes Analyseverfahren von der Hamburger Firma BBS Medical Services ausgewertet wird. Deren Geschäftsführer Dr. Lothar Spies stellte dieses Analyseverfahren kürzlich vor Mindener Ärzten vor.
Demnach werden die MRT-Bilder in Hamburg mit modernsten Verfahren der medizinischen Bildverarbeitung und Statistik analysiert. "Diese Verfahren wurden in wissenschaftlichen Studien erfolgreich getestet", so Lothar Spies. Besonders aussagekräftig sei die Volumenbestimmung der Hirnsubstanz, wenn sie in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Durch direkten Vergleich mit Voruntersuchungen könnten kleine Veränderungen noch zuverlässiger nachgewiesen werden. Für Ärzte wie Dr. Oesterreich und seine Kollegin Dr. Beate Paersch-Summer wird die Auswertung der Aufnahmen wesentlich leichter: Weiße Konturen markieren den Hippocampus, eine Gehirnregion, die bei der Alzheimer-Erkrankung bereits im ganz frühen Stadium betroffen ist. Und gelb-rot markiert Bereiche zeigen einen altersuntypischen Rückgang von grauer Hirnsubstanz.
Drei Tipps zur Prävention: "Laufen, Lernen, Lieben"
Viele Menschen haben Angst, an Alzheimer zu erkranken. Sie möchten deshalb selbst aktiv werden, um sich dagegen zu schützen. Für sie empfiehlt Spies aus wissenschaftlicher Sicht die drei Schlagworte "Laufen - Lernen - Lieben". Das Stichwort Laufen beinhaltet eine gesunde und ausgewogene Ernährung, als auch sportliche Aktivität: "Sport, insbesondere Laufen, beugt der Entwicklung einer Demenz vor", so Spies. Mit Lernen ist gemeint, dass Übungen zur Gedächtnisleistung die Entwicklung einer Demenz signifikant verzögern können. Und Lieben steht für intakte soziale Bindungen und meint alle Formen der Kommunikation und des Umgangs mit anderen Menschen. Wer sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzieht, verzichtet auf wichtige geistige Anregung. Sozialer Kontakt und Gedankenaustausch, ob im Bekannten-, Freundes- oder Familienkreis, ist für das Gehirn sehr wichtig. So haben Alleinlebende ein doppelt so hohes Risiko an Alzheimer zu erkranken, wie Menschen in einer Partnerschaft.
Weitere Informationen:
www.alzheimer-vorsorge.de
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