Zahlreiche Gräber auf allen Friedhöfen in den Boden eingesackt / Instandsetzung dauert mehrere Wochen
Durch die starken Regenfälle der vergangenen Tage wurden viele Grabplätze beschädigt. Tiefe Risse ziehen sich durch die Erde der Ruhestätten auf allen Friedhöfen der Stadt. Teilweise sind aufgestellte Lichter und Pflanzen im Boden versunken. Am Eingang des Südfriedhofs steht ein Warnschild: "Erhöhte Unfallgefahr aufgrund der vielen Einsenkschäden".
Viele Pächter machen sich nun Sorgen: "Es haben sich schon viele Angehörige bei der Stadt mit dem Anliegen gemeldet, die Friedhofsverwaltung möge die Schäden beheben", sagt Anna Gebauer, Pressesprecherin der Stadt Minden.
Da allerdings hunderte Grabstellen betroffen sind, gestaltet sich die Restaurierung zeitaufwendig und wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Viele Angehörige sind ratlos, wie es zu den vielen Absackungen kommen konnte.
Alwin Pamin, der Leiter der Friedhofsverwaltung, erläutert, dass es normal sei, dass Gräber ein wenig in den Boden sinken. "Durch die Zersetzung bildet sich ein Hohlraum und nach zirka fünf bis 15 Jahren kann es zum Einsinken der oberen Erdschichten kommen."
Trotzdem hat er in seinen zehn Jahren Berufserfahrung noch nie etwas Vergleichbares gesehen wie das, was sich zurzeit auf städtischen Friedhöfen abspielt. Nun bemüht er sich, alles wieder instand setzen zu lassen. "Viele Pächter werden die obere Erdschicht der Gräber abtragen und diese dann mit zwei Karren Erde bedecken. Fachlich korrekt ist das allerdings nicht", sagt er.
Er empfiehlt, die Friedhofsverwaltung die Schäden beheben zu lassen. "Wir haben entsprechendes Gerät wie unseren Friedhofsbagger. Mit diesem entfernen wir die Erde bis zum Sargdeckel und füllen das Grab anschließend mit sechs bis sieben Karren Erde." Dass es danach noch einmal zu einer Absackung kommen könne, sei wesentlich unwahrscheinlicher als mit der "hausgemachten" Methode.
Wer das fachlich korrekte Vorgehen bevorzugt, muss allerdings auch dafür zahlen. Bei einem "hochwertigen Grab" auf dem beispielsweise Blumen oder Büsche neu gepflanzt werden müssen, kann der Pächter sich auf zirka 400 bis 500 Euro einstellen. "Sollte der Grabstein eingesackt und somit beschädigt sein, kommen noch mal 100 Euro oder mehr dazu", schätzt Pamin. Bei einem schlichten Grab mit Kiesabdeckung muss man wesentlich weniger bezahlen: schätzungsweise 150 bis 200 Euro.
Stadt informiert Pächter
Die Pächter werden von der Stadt per Brief informiert, falls Gräber, für die sie verantwortlich sind, vom starken Regen beschädigt wurden. Sollte sich jemand weder melden noch den Schaden beheben, dokumentiere die Friedhofsverwaltung das Ganze. "Wir machen in diesem Fall Fotos von den Gräbern und stellen Vorleistungen zur Verfügung, um alles instand zu setzen."
Anders sei es bei Gräbern, bei denen der Pachtvertrag bereits abgelaufen ist oder bei solchen, die in Rasenflächen angelegt wurden. In diesen Fällen muss die Verwaltung für die Schäden aufkommen.
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