In den 1990er Jahren war der Weißstorch noch vom Aussterben bedroht, 1991 registrierte man in NRW nur noch drei Storchenpaare. Jetzt ist er auf dem besten Weg, wieder in unsere heimische Vogelwelt zurückzufinden.
Insgesamt 60 Brutpaare wurden der Vogelschutzwarte des LANUV in diesem Jahr gemeldet und das aus mehreren Regionen: Im Kreis Minden Lübbecke 30, am Niederrhein 12, im Kreis Paderborn 8; weitere Bruten fanden in den Kreisen Recklinghausen und Coesfeld sowie in der Stadt Münster statt.
"Über 62 Jungvögel wurden im Kreis Minden-Lübbecke beringt, ob alle davon überlebt haben und aus dem Nest ausfliegen ist fraglich", so Horst Reschke vom Storchenmuseum und Aktionskomitee "Rettet die Weißstörche".
Meister Adebar ist in NRW also wieder im Aufwind. Das war nicht immer so. Mit dem Rückgang der Feuchtwiesen und Flussauen am Niederrhein, im Münsterland und in Ostwestfalen verlor der Storch seinen Lebensraum: Grün- wurde in Ackerland umgewandelt, Auen durch Flussbegradigung zerstört und Feuchtgebiete entwässert, um Siedlungen, Straßen und Industriegebiete zu bauen. Hinzu kamen Verluste durch Überlandleitungen, Gifteinsatz und Bejagung in den Durchzugsländern.
Die Folge: Die letzten Störche brüteten 1918 im Münsterland, 1930 in der Warburger Börde und 1947 im Kreis Kleve. Mit Naturschutzprogrammen des Landes wurden Maßnahmen eingeleitet, damit der Weißstorch, aber auch viele andere gefährdete Tiere und Pflanzen, überleben konnten.
Frösche, Würmer und Mäuse auf der Speisekarte
Experten gehen davon aus, dass in einem Umkreis von rund 2,5 Kilometer um jeden Horst etwa 200 Hektar grundwassernahe, extensiv genutzte Auen, Wiesen oder Weiden liegen müssen, um die Nahrung für eine Storchenfamilie zu sichern: Frösche, Regenwürmer, Mäuse, Insekten und Fische stehen auf der Speisekarte.
Um diese Lebensräume zu erhalten oder wiederherzustellen, mussten große Areale über den Vertragsnaturschutz gesichert werden.
Danach wurden Acker- in Grünland umgewandelt, Flächen wiedervernässt sowie Kleingewässer und Uferrandstreifen angelegt. Außerdem wurden Nistplattformen gebaut und Stromleitungen verkabelt.
Viele Menschen engagieren sich, um Meister Adebar zu helfen. Neben amtlichen Mitarbeitern sind vor allem die Naturschutzverbände und Heimatvereine zu nennen. Noch ist der Weißstorch in NRW gefährdet. Erst wenn er wieder ohne Hilfe des Menschen auskommt, kann er ganz aus der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten genommen werden.
stehenden Code hier ein*: