Polizei entdeckt verunglückten Lkw auf Feld neben der Autobahn / Tote eingeklemmt
Zwei eingeklemmte Tote, ein völlig zerstörtes Führerhaus - dieses Bild bot sich den Rettungskräften am frühen Montagmorgen. Die Arbeiten gestalteten sich wegen der schwer zugänglichen Unglücksstelle aufwendig. Zudem war der Unfall offenbar nicht sofort entdeckt worden.
Der Lkw mit Braunschweiger Kennzeichen war mit Stahlträgern beladen und auf der Bundesautobahn 2 in Fahrtrichtung Dortmund unterwegs gewesen. Gegen Ende der Gefällstrecke von Bad Eilsen nach Porta Westfalica durchbrach er kurz vor der Unterführung "Dickertstrasse" zwischen Porta Westfalica-Lohfeld und Eisbergen die Seitenleitplanke. Dann stürzte er eine etwa zehn Meter tiefe Böschung hinab.
Der Lastwagen kam auf einem angrenzenden Rapsfeld zum Liegen. Den genauen Unfallhergang und -zeitpunkt konnte die Polizei zunächst nicht ermitteln. Niemand hatte offenbar das Unglück beobachtet. Der Polizei war nur ein Leitplankenschaden gemeldet worden. Erst vor Ort entdeckten die Beamten, dass im Feld ein verunglückter Lastwagen lag.
Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica erhielt die erste Alarmmeldung um 5.17 Uhr. Zunächst rückte die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache mit Rettungsdienst und Notarzt aus. Nachdem die Lage erkundet worden war, folgten die Löschgruppe Veltheim und der Alarmdienst.
In dem stark deformierten Führerhaus waren zwei Männer eingeklemmt. Bei Eintreffen der Rettungskräfte waren beide bereits gestorben, so der Bericht der Einsatzkräfte.
Zur Bergung musste die Feuerwehr hydraulisches Rettungsgerät einsetzen, um die Eingeklemmten zu befreien. Da das Einsatzfahrzeug der hauptamtlichen Wache über die Autobahn zum Unfallort gefahren war, musste sämtliches Gerät die Böschung hinabtransportiert werden. Der Rüstwagen und die Löschgruppe Veltheim fuhren die Einsatzstelle dann über die Dickertstrasse und ein Rapsfeld an, so die Feuerwehr.
Erneuter Einsatz zur Bergung weiterer Toter
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr beendeten zunächst gegen 7.20 Uhr den Einsatz. Das Ende einer langen Nacht: Alle Kräfte waren zuvor bereits bei drei Brandstiftungen im Einsatz gewesen.
Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica rückte gegen 12 Uhr dann erneut zu der Unglücksstelle aus. Nach Rücksprache mit der Spedition und Angehörigen der Verstorbenen wurde noch die Freundin eines der beiden Männer vermisst, die mit im Fahrzeug gewesen war.
Die Feuerwehr drückte nun das Führerhaus des Lkw mit mehreren hydraulischen Stempeln auseinander und öffnete es stückweise. Im hinteren Bereich des Führerhauses, zwischen Schlafkoje und Dach, fanden die Einsatzkräfte die Leiche der 22-jährigen Frau. "Sie war massivst eingeklemmt, die Verletzungen haben unmittelbar zum Tod geführt", so der Bericht der Feuerwehr.
Die Bergung gestaltete sich extrem schwierig, erst gegen 13.45 Uhr konnte die Leiche aus dem Führerhaus geborgen werden.
Bei dem Unfall traten größere Mengen Diesel aus und sickerten in den Ackerboden ein. Die Polizei veranlasste die Bergung des Lkw und die weiteren Maßnahmen. Die Autobahn wurde einspurig gesperrt.
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