Unfall auf B 482 fordert fünftes Todesopfer / Familie kam von Kindstaufe in England
Es war eine fröhliche Familienfeier, die der 59-jährige Fahrer des silbernen Kleinbusses, seine 27-jährige Tochter, sein 19-jähriger Sohn, dessen 22-jährige Lebensgefährtin, deren gemeinsame zweijährige Tochter sowie die dreijährigen Zwillingsmädchen der 27-Jährigen am Dienstag in England verlassen hatten. Eine Kindstaufe war gefeiert worden.
Einige Mitglieder der Familie aus Stolzenau waren noch bei den Verwandten in England geblieben, als sich die übrige Familie zunächst mit der Autofähre der Norfolkline von Dover aus auf den Weg in die Heimat machte. In Dünkirchen angekommen sollte es mit dem Auto weiter gehen. Doch knapp 30 Kilometer vor Stolzenau, kurz hinter der Abfahrt Petershagen-Wietersheim, gerät der Kleinbus des Familienvaters mit den sechs weiteren Fahrzeuginsassen auf der B 482 plötzlich auf die Gegenfahrbahn, wo der Wagen gegen 8.20 Uhr frontal mit einem entgegen kommenden 40-Tonner-Sattelzug kollidiert. "Der 41-jährige Lkw-Fahrer hatte keine Möglichkeit, die Kollision zu verhindern", ist die Polizei überzeugt.
Der schwere Unfall auf der B 482 forderte gestern ein fünftes Todesopfer. | MT-Foto: Amtage
Völlig zertrümmert bleibt der VW liegen. Nur der 19-Jährige und seine beiden dreijährigen Nichten überleben, erleiden zum Teil massive Kopf- und Rückenverletzungen - obwohl alle Insassen ordnungsgemäß mit Sicherheitsgurten beziehungsweise in den Kleinkindersitzen gesichert waren. Seine Lebensgefährtin, seine zweijährige Tochter, sein Vater und seine Schwester sterben in den Fahrzeugtrümmern.
Auslöser für Unfall bleibt möglicherweise ungeklärt
Warum der VW von der Fahrbahn abgekommen ist, blieb auch einen Tag nach dem furchtbaren Unfall unklar. "Die Frage, ob der Fahrer übermüdet war oder einen plötzlichen Schwächeanfall erlitt, wird möglicherweise unbeantwortet bleiben", erklärte Polizeipressesprecher Werner Wojahn gestern.
Als der erste Feuerwehrtrupp am Unfallort eintrifft, ist die Situation für die Retter kaum verkraftbar. Nach ersten Bergungsmaßnahmen werden die Feuerwehrleute von Kameraden abgelöst. Zweieinhalb Stunden dauert es, bis die im Fahrzeug eingeklemmten Todesopfer geborgen sind, nachdem zunächst die Schwerstverletzten von Notärzten und Rettungskräften erstversorgt und mit Rettungshubschraubern in das Johannes-Wesling-Klinikum in Minden und in das Krankenhaus Gilead gebracht worden waren.
In Bielefeld kämpften die Ärzte bis gestern Abend um das Leben des einen Zwillingsmädchens. Doch dann erlag es seinen schweren Verletzungen. Die kleine Schwester liegt in Minden auf der Intensivstation, wo die Dreijährige stabilisiert werden konnte. Ebenso wie ihr Onkel. Der 19-Jährige wurde operiert und ist außer Lebensgefahr.
Bis in die Nacht zu Donnerstag hinein war sich die Polizei aufgrund der Unfallfolgen nicht sicher, welches der drei Kleinkinder in dem verunglückten Multivan gestorben war. Erst gestern Morgen stand fest, dass die Tochter des 19-Jährigen, die in Kürze drei Jahre alt geworden wäre, ihren schweren Verletzungen erlegen war.
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