Zweimal Pech für das Sommerbad / Leck an Dosierpumpe der Anlage im Kellerraum sowie Randale in der Nacht
Wegen eines Defektes einer Mischpumpe musste am Freitagabend das Sommerbad geräumt werden. Die Befürchtung bestand, dass Chlorgas ausgetreten sein könnte. Samstag konnte das Bad wieder öffnen. Doch Samstagnacht kam es zu einem weiteren Vorfall. Randalierer warfen Gegenstände in die Becken.
Die Feuerwehr bereitete Messungen vor. Durch das Gas war niemand gefährdet worden. | Foto: Riechmann (Feuerwehr)
Freitagabend, 18.15 Uhr. Bademeister Marcel Bernert stellte bei einer Messung einen zu niedrigen Gehalt an Chlor im Becken fest. Im Keller, in dem Chlor mit Wasser vermischt wird, entdeckte er ein Leck an der zwei Jahre alten Anlage. Wegen der Gefahr, das Chlorgas entweichen könne, alarmierte ein Kollege Polizei und Feuerwehr. Die meisten Gäste hatten das Bad zu dieser Zeit bereits verlassen.
"Als die Feuerwehr eintraf, war die ganze Straße voll mit Einsatzwagen", erklärte Kathrin Kosiek, Vorsitzende der Helferbörse, am Wochenende. In Schutzanzügen begutachteten die Feuerwehrleute den Schaden im Kellerraum. Nach Polizeiangaben wurde der Raum gelüftet und mit Wasser gereinigt. Messungen der Feuerwehr ergaben, dass lediglich eine geringe Menge an Chlorgas-Wassergemisch ausgetreten war. Das ausgetretene Wasser ist ungefährlich. Durch die Abwasserleitung gelangt es als Schmutzwasser in die Kläranlage.
Zurzeit wird erstmal per Hand chloriert
Sonntagmorgen tropfte das Leck noch. Bis ein Techniker der Mischanlage eintrifft, chloren die Mitarbeiter des Sommerbades das Schwimmerbecken per Hand und durch den Überlaufbehälter.
Das Kinderbecken und der Nichtschwimmer sind nicht betroffen. "Eine Gefahr für die Badegäste besteht nicht", so das Sommerbad-Team.
Auch nach Auskunft der Feuerwehr bestand zu keiner Zeit Gefahr für Umwelt oder die Bevölkerung. Der Bademeister, der sich kurzzeitig im Kellerraum aufgehalten hatte, hatte keine Gesundheitsbeschwerden. "Wir haben uns in der Sache vorbildlich verhalten", freute sich Kathrin Kosiek am Wochenende über Lob der Einsatzkräfte,
Doch das ehrenamtlich arbeitende Sommerbad-Team hatte am Wochenende nicht nur viel Arbeit mit den vielen Gästen, die Abkühlung suchten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag warfen Randalierer Gegenstände in die Becken des Freibades. "Badelatschen, Tische, Stühle, Absperrollen, Mülleimerhalter und Sandsäcke waren im Wasser", so Kosiek.
Damit waren sie nicht allein. Wie die Polizei meldete, ereignete sich auch im Waldfreibad in Espelkamp ein ähnlicher Fall. Unbekannte warfen dort ebenfalls Tische, Stühle und Mülltonnen ins Wasser.
Schwimmer-Becken voller Sandsäcke und Unrat
Sonntagmorgen musste das Schwimmer-Becken des Sommerbades deshalb für zwei Stunden gesperrt werden. "Wir mussten erst die Gegenstände herausholen und das Wasser reinigen", so die Vorsitzende. Probleme machten vor allem die Sandsäcke, deren Inhalt sich im Wasser abgesetzt hatte. Mit einem Beckensauger wurden die Rückstände aus dem Wasser entfernt.
Gegen 10.30 Uhr war der Schaden beseitigt und das Becken wieder freigegeben. Zur Sicherheit wird der Wachschließdienst des Sommerbades nun zweimal in der Nacht das Gelände kontrollieren.
"Für die Leute, die nur nachts friedlich schwimmen, gehen tut es mir Leid", so Kosiek. Wer erwischt wird, bekommt eine Anzeige. Trotz der Vorfälle stand dem Schwimm-Vergnügen nichts im Wege. Und die Besucherzahlen lohnten die Mühe: Samstag badeten rund 5000 Leute, Sonntag erfrischten sich rund 4500 Gäste.