Klares Votum der Politik für bereits im Oktober erörterten Entwurf / Secur zahlt Entschädigung
Dieser Entwurf sieht unter anderem eine lang gezogene Mittelinsel vor, an der die Busse andocken. Auf dieser Insel soll das Servicegebäude mit Inforaum, Pausenraum für Busfahrer und Toilettenanlagen errichtet werden.
Zwischen der Gebäudefront entlang der Lindenstraße und der Fahrbahn ist ein großzügiger, bis zu acht Meter breiter Gehweg geplant, auf dem Sitzgelegenheiten geschaffen werden könnten. Außerdem ist eine Begrünung mit Bäumen vorgesehen. Fahrradabstellmöglichkeiten am Klausenwall und in Höhe der Apotheke an der Lindenstraße würden insgesamt rund 100 Fahrrädern Platz bieten.
Die Neuerrichtung des ZOB steht allerdings unter Vorbehalten. So hat die Kommunalaufsicht Kreis Minden-Lübbecke wegen der äußerst problematischen Haushaltssituation der Stadt Minden noch einmal klargestellt, dass die Neugestaltung des Busbahnhofes eine freiwillige Aufgabe der Kommune ist und nur vollzogen werden darf, wenn der Stadt keine Kosten entstehen (das MT berichtete). So muss die Kommune sicherstellen, dass die Projektkosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro gedeckt sind. Diese Deckung setzt sich aus der Förderung durch die öffentliche Hand - in diesem Fall durch den Nahverkehr Westfalen-Lippe - mit einem Zuschuss von 85 Prozent an den Gesamtkosten und die finanzielle Entschädigung für die Zerstörung des bestehenden ZOB durch den Investor der neuen Tiefgarage am Obermarktzentrum zusammen.
Gestaffelte Ausführung des Projektes
Der städtische Bau-Beigeordnete Klaus-Georg Erzigkeit bestätigte gegenüber dem MT, dass der Eigentümer der Obermarktpassage und Bauherr der Tiefgaragenerweiterung unter dem ZOB, die Wiesbadener Secur, den Entschädigungsbeitrag in Höhe von 545 000 Euro inzwischen an die Stadt überwiesen habe. Damit wäre die eine Auflage hinsichtlich der Kostendeckung erfüllt.
Um die Neubaukosten für den Busbahnhof im Griff zu behalten, ist eine gestaffelte Projektdurchführung vorgesehen. So muss zunächst der Tiefbau mit der Errichtung der Verkehrsflächen auf einer gesicherten finanziellen Basis abgewickelt werden. Erst dann ist die Vergabe der Hochbauarbeiten für das Service-Center, die Beleuchtung und weitere Ausstattungsmerkmale des ZOB möglich.
Beigeordneter Erzigkeit geht unterdessen davon aus, dass die Neuerrichtung des Zentralen Omnibusbahnhofes die Stadt kostenmäßig entlasten wird. Liege der Nettoaufwand für den ZOB zurzeit jährlich bei knapp 13 500 Euro, wird zukünftig mit einer Belastung in Höhe von gut 8800 Euro gerechnet. Dabei wird von einer unveränderten Gesamtnutzungsdauer von 60 Jahren ausgegangen.
Ein neuer ZOB stärke aber auch die Funktion Mindens als regionales Zentrum, sind Politik und Verwaltung überzeugt. Denn es werde eine Attraktivitätssteigerung des auf Minden fokussierten Öffentlichen Personennahverkehrs erreicht.
Die geplante Neuerrichtung des Busbahnhofes war seit August des vergangenen Jahres eine andauernde Hängepartie. Gab es zunächst die klare Zielrichtung, den ZOB nach Fertigstellung der Tiefgaragenerweiterung komplett neu zu gestalten, machte auf einmal das gut 30 Millionen Euro tiefe Haushaltsloch der Stadt einen Strich durch die Rechnung.
Dann deutlich werdende hohe Zuschüsse durch die öffentliche Hand ließen die Hoffnung wieder aufflammen, bis die Kommunalaufsicht ihre Bedenken äußerte. Unter anderem Bauausschuss-Vorsitzender Peter Düster (Bürger-Bündnis Minden) trieb seine Kolleginnen und Kollegen in der Politik aber immer wieder an, das Projekt nicht aufzugeben. Zahlreiche Gespräche mit der Kommunalaufsicht und die strengen Auflagen für die Stadt brachten schließlich den Durchbruch.
Der ÖPNV wird auch bei einer Schließung der VMR weiter gehen und dann eben von anderen Unternehmen bereitgestellt werden.
Der neue ZOB wird sehr wohl eine Verbeserung der derzeitigen Situation in der Innenstadt nach sich ziehen. Im übrigen sollte sich jeder auch einmal die Frage stellen, wer denn hier eine positive Entwicklung deR Innenstadt wirklich blockiert - es sind jedenfalls mitnichten die auch hier wieder genannten "üblichen Verdächtigen".
Im Großen und Ganzen finde ich die hier in vielen Kommentaren Unkenntnis und die offenbar fehlende Fähigkeit Probleme und Chancen wirklich in all ihren Facetten zu erfassen erschreckend.