Ein bundesweites Kooperationsprojekt zugunsten der Umwelt - mit dem Deutschen Umweltpreis 2009 ausgezeichnet - war gestern Anlass eines Treffens der daran Beteiligten. Seit zwei Jahren betreibt die am Osthafen ansässige Weseralu eine Strangpresse zur Herstellung von Aluminiumteilen mit dem neuen Verfahren. Dabei kommt ein Induktionsheizer zum Einsatz, der das Metall auf 400 Grad erhitzt und im Vergleich zu Magnetspulen aus Kupferdraht wesentlich weniger Energie verbraucht. In einem Jahr hatte das Unternehmen damit in seiner Produktion den Strom von rund 400 Haushalten eingespart.
Das Strangpresswerk Weseralu zählt rund 70 Mitarbeiter und verarbeitet 14 000 Tonnen Aluminium im Jahr. Bei einem Umsatz von 50 Millionen Euro wickelt es Aufträge für rund 300 feste Kunden ab. Ein Viertel der Lieferung geht in den Export.
Wie Weseralu-Geschäftsführer Bardo Ostermeyer gestern erklärte, sei durch die neue Technologie nicht nur eine erhebliche Energieeinsparung erreicht worden, sondern auch ein Qualitätssprung bei der Materialverarbeitung erfolgt. Mit der Anlage würden beispielsweise Aluminiumprofile für den Fensterbau erhitzt und geformt. "Was vorher zweieinhalb Minuten gedauert hat, lässt sich nun in nur 75 Sekunden umsetzen." Noch bis zum Ende des Jahres werde eine weitere Strangpresse mit einem Hochtemperatursupraleiter betrieben.
Kooperationspartner sind die mittelständischen Firmen Zenergy Power GmbH (Rheinbach) und Bültmann (Neuenrade). Sie hatten den Induktionsheizer mit Hochtemperatursupraleitern entwickelt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte die Innovation in den Jahren 2005 bis 2008 mit knapp 600 000 Euro.
20 Jahre habe die Technologie gebraucht, um für die Industrie verwertbar zu sein", erklärte gestern Dr. Carsten Bührer, Sprecher der Geschäftsführung von Zenergy Power. Nach dem erfolgreichen Einsatz in Minden seien jetzt drei weitere Anlagen an Metallverarbeitungsbetriebe verkauft worden. Weitere Interessenten gebe es im europäischen Ausland. Einsatzmöglichkeiten der Supraleiter-Technologie bestünden zudem in der Generatortechnik sowie in Komponenten von Stromversorgungsnetzen.
Auch der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Kampeter war gestern in seiner Eigenschaft als DBU-Kuratoriumsmitglied bei Weseralu zu Gast. Er merkte an, dass etliche Unternehmen der Region durch Innovationen in unterschiedlichen Marktnischen Arbeitsplätze sicherten.
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