Die Notfallpraxis zieht aus der Feuerwache in das Johannes-Wesling-Klinikum um / Alles unter einem Dach
Kürzere Wartezeiten für die Patienten und effektivere Diagnosen - das versprechen sich sowohl die niedergelassenen Ärzte, die für die Notfallpraxis zuständig sind, als auch das Krankenhaus, in dem schon die Notaufnahme untergebracht ist, von der räumlichen Zusammenlegung. Einfacher wird es aber nicht nur für die Hilfesuchenden, sondern auch für die jeweiligen Ärzte. Denn die Trennschärfe zwischen Notfallpraxis einerseits und Notaufnahme andererseits scheint nicht immer gegeben zu sein. Die Notaufnahme soll eigentlich Anlaufstelle für Kranke und Verletzte sein, die stationär behandelt werden müssen.
"Es war aber oft so, dass Patienten zu uns gekommen sind, die keine stationäre Behandlung gebraucht haben, sondern lediglich eine ambulante", erläutert Prof. Dr. Carsten Gartung, Chef der Notaufnahme. Behandelt werden mussten sie trotzdem, da das Krankenhaus niemanden abweisen darf. Jetzt können ambulante Fälle einfach an die Notfallpraxis weiter verwiesen werden, da die Praxis nur noch einen Katzensprung entfernt ist und im selben Flur liegt. Umgekehrt ist der Weg natürlich genauso kurz: Wenn sich in der Notfallpraxis herausstellt, dass jemand etwas Schwerwiegenderes hat, steht er im Nu in der Notaufnahme. Doppelte Anfahrtswege gehören der Vergangenheit an, der Austausch zwischen Praxis-und Krankenhausärzten wird erleichtert. Gut 25 Jahre war die Notfallpraxis in der Feuerwache Minden untergebracht. Wie dort auch sind fortan zu den entsprechenden Zeiten drei Ärzte im Einsatz. "Einer behandelt, einer macht Hausbesuche, einer löst ab", sagt Dr. Erik Fischer von der Kassenärztlichen Vereinigung. Nicht überall jubeln die niedergelassenen Ärzte über Zusammenlegungen dieser Art. "Für unsere Mitglieder ist das oft mit höheren Kosten verbunden", führt Fischer aus, bisher habe für viele Mediziner schlicht das Handy für den Notdienst ausgereicht. Über Umlagen müssten sie jetzt etwa den Telefondienst und, bei Hausbesuchen, längere Anfahrtswege bezahlen.
Nichtsdestotrotz sieht Krankenhaus-Arzt Gartung in der Zusammenlegung die Zukunft. Ähnlich funktioniere es in der näheren Umgebung bereits in Bad Oeynhausen und in Herford. Aufgrund der Vorteile für fast alle Beteiligten stellt sich die Frage, warum nicht eher zusammengelegt worden ist? Gartung: "Das hat seine Zeit gebraucht, zumal wir ja auch erst vor zwei Jahren mit der Klinik umgezogen sind."
Ab 2011 soll die Notfallpraxis ohne Ausnahme auch werktags ab 18 Uhr besetzt werden. Der Form nach ist die Praxis für Patienten aus Minden, Hille und Petershagen zuständig, ab dem kommenden Jahr auch für Patienten aus Porta-Nord. Davon sollte sich aber niemand irritieren lassen. Fischer: "Kein Patient, egal woher er kommt, wird abgewiesen." Ganz praktisch bedeute das vor allem, dass sich der Pool der Ärzte, die Notdienst leisten, vergrößere.
Ein Nachteil zum bisherigen Standort: Für Notfälle aus Minden verlängert sich der Anfahrtsweg.
Notfallpraxis
Unter der Nummer 05 71-1 92 92 ist die Notfallpraxis Minden zu erreichen.
Von Mittwoch, 13 Uhr, bis Donnerstag, 7 Uhr, von Samstag, 8 Uhr, bis Montag, 7 Uhr sowie an den Feiertagen.
Dort bekommt man auch Auskunft, wie der Notdienst der Kinder-, Augen- und Zahnärzte zu erreichen ist.
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