Ausgangspunkt dieser Initiative zu einem nicht nur in der Türkei höchst umstrittenen Thema war ein Vortrag, den Dr. Ali Söylemezoglu im Dezember auf Einladung des Ausländerbeirats der Stadt Minden hier gehalten hatte.
In der Armenien-Frage geht es um den gewaltsamen Tod von zwischen 300 000 und 1,5 Millionen christlichen Armeniern zur Zeit des Ersten Weltkriegs, als die christlichen Armenier im Osten der heutigen Türkei mit einer Unabhängigkeitsbestrebung zur russischen Seite tendierten, während das Osmanische Reich mit dem Deutschen Reich verbündet war. Im Zuge der Auseinandersetzung mit der türkischen Regierungsmacht kamen auf sogenannten Todesmärschen in den Jahren 1915 bis 1917 zwischen 300 000 bis über 1,5 Millionen Armenier um. "Unschuldige Opfer", sagen beide Seiten. Die Armenier nennen es Völkermord, die Türken als kriegsbedingt wegen der armenischen Aufstände.
Auf den MT-Bericht über den Vortag gab es einen Leserbrief aus der armenischen Gemeinde Köln, in dem sich die Verfasserin kritisch mit den dort dargestellten Äußerungen auseinandersetzte.
Das hat Mindener Bürger jetzt bewogen, den "Mindener Vorschlag" zu unterbreiten, zu einer gemeinsamen Erörterung des Themas, "bei der alle Meinungen, Positionen und Argumente ohne Ausnahme und ohne Ansehen der Person auf den Prüfstand gestellt werden" sollen.
Zunächst solle "wie in einem Gerichtsprozess" der Sachverhalt geprüft werden, und im zweiten Schritt eine Bewertung versucht werden. Die Initiatoren stimmen mit der Leserbriefschreiberin überein, dass eine kritische Auseinandersetzung "der rationellste Weg" ist, um strittige Fragen zu klären.
Um einer Versöhnung näher zu kommen, wünschen sie sich die Beteiligung der Leserbrief-Verfasserin. Schließlich seien "wir nicht nur Deutsche, Armenier, Türken, Christen oder Moslems, sondern vor allem Menschen" und die Frage betreffe einen der traurigsten Abschnitte der "gemeinsamen Geschichte der Menschenfamilie."







































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