Polizei legt Bande nach monatelanger Telefonüberwachung das Handwerk / Fahrzeuge im Internet angeboten
Beim Verkauf gebrauchter Bagger, Zugmaschinen oder Muldenkippern wechseln große Summen in kurzer Zeit den Besitzer. Das machten sich die Betrüger zunutze, indem sie Ware im Internet anboten, die ihnen gar nicht gehörte. Ihre Opfer fanden sie nicht nur in Deutschland, sondern auch auf dem Balkan und im osteuropäischen Raum. Das Geld ließen sie sich in bar geben, oder auf fremde Konten überweisen.
Wie Kriminalrat Mathias Schmidt, Leiter der Abteilung zur Kriminalitätsbekämpfung der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke, gestern mitteilte, war seit Oktober vergangenen Jahres eine aus sechs Beamten bestehende Ermittlungsgruppe im Einsatz. "Die Kollegen waren sehr wenig zu Hause," versichert er zu den umfangreichen Ermittlungen.
Kriminalhauptkommissar Thomas Unruh stellte gestern als Leiter der Ermittlungsgruppe die Vorgeschichte zu den Verfahren gegen bislang acht Haupttäter und 20 weitere Tatverdächtige vor. So begannen sich vor anderthalb Jahren verstärkt Anzeigen zum betrügerischen Handel mit Nutzfahrzeugen bei der Mindener Polizei zu häufen. Auf eine heiße Spur gerieten die Ermittler, als sich ein geprellter polnischer Staatsbürger meldete, der Geld auf ein Konto überwiesen hatte und dann leer ausging. Zuvor war er auf ein verdächtiges Inserat gestoßen, das die Täter benutzt hatten. Zudem gelang es der Polizei, die Telefongespräche der Betrüger auszukundschaften.
So verhafteten am 2. Februar Spezialeinsatzkräfte zwei Männer in ihren Mindener Wohnungen: Zwei weitere wurde in Hehlen (Landkreis Holzminden) geschnappt, als sie gerade ein Opfer hereinlegen wollten. 70 Fahnder durchsuchten am gleichen Tag fünf Mindener Wohnungen, darunter am Philosophenweg und in Häverstädt. Weitere elf Durchsuchungen gab es in Minden und Niedersachsen an den Folgetagen.
"Im Verlauf der Telefonüberwachung war uns deutlich geworden, dass es Absprachen zwischen den Mindenern und einer weiteren Tätergruppe in Hamburg gab", erklärte Kriminalhauptkommissar Rüdiger Kleine. So folgte am 17. Februar ein zweiter Coup der Polizei, als die Hamburger eine Steinbrechmaschine aus Thüringen für 190 000 Euro (Wert: 365 000 Euro) einem arglosen Opfer im Großraum Kassel anboten. Spezialeinsatzkräfte schnappten in Söhrewald vier Männer.
Nach Erkenntnissen der Polizei sind bislang 30 bis 60 Geschäftsleute Opfer der Betrüger geworden. Ihre Beute in Höhe einer halben Million Euro diente vor allem der Finanzierung ihres aufwendigen Lebensstils. Schmidt: "Die Arbeit der Ermittlungsgruppe wird fortgesetzt." Der Schaden sei vermutlich wesentlich größer. Siehe Bericht unten
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