Planungen auf ehemaligem Klinikum I stehen laut Düster im Gegensatz zum Flächennutzungsplan
Diese Ansicht vertritt die Ratsfraktion des Bürger-Bündnisses Minden (BBM). "Die jüngste Baumfällaktion auf dem Grundstück zwischen Hardenberg- und Ringstraße ist Anlass für uns gewesen, uns genauer mit dem Bebauungsvorschlag des Bielefelder Immobilienbüros Troscheit zu befassen und die letzte rechtskräftige Änderung des Flächennutzungsplanes unter die Lupe zu nehmen", erklärte der Vorsitzende des Bauausschusses und BBM-Sprecher, Peter Düster, gegenüber dem MT. Vor allem gehe es um die Veräußerung der im Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Minden festgesetzten und ausgewiesenen öffentlichen Grünflächen entlang der Hardenberg- und der Bismarckstraße.
"Beim Blick in den FNP aus dem Jahr 1978 und auf die Stadtentwicklung nach Aufhebung der Festung in den Jahren 1873, sowie die weiteren Überlegungen bis 1973, die der ehemalige Leiter des Kommunalarchives Minden, Dr. Hans Nordsiek, ausgewertet hat, wird eines deutlich", so Düster: "Es wurde immer eine kontinuierliche Entwicklung des Grünzuges West vom heutigen Botanischen Garten über die Grundstücke des ehemaligen Klinikums I bis hin zu den Grünanlagen über das Königstor und weiter bis zum Schießstand am Grundbach angestrebt."
Peter Düster erinnerte im MT-Gespräch daran, dass nach Aufhebung der Festung Minden und nach Übernahme eines Großteiles der Festungsanlagen durch die Stadt das Glacis, das ehemalige freie Schussfeld, als Grünfläche angelegt worden sei. "Und dieses Glacis bildet heute den Hauptbestandteil der Mindener Grünflächen."
Seit den 1950er-Jahren habe die Kommune bei städtebaulichen Planungen für das sich ausdehnende Stadtgebiet immer umfangreiche Grünzugerweiterungen projektiert, schilderte der BBM-Sprecher und ehemalige Leiter des Stadtplanungsamtes. Teilweise sei dieses in Bebauungs- oder sogenannten Durchführungsplänen festgeschrieben worden. Insgesamt befinden sich in Minden laut Düster rund 200 Hektar Grünflächen im Eigentum der öffentlichen Hand. "Davon gehören etwa 185 Hektar der Stadt Minden."
Die konsequente Freiraumplanung sei in den Flächennutzungsplan von 1978 übernommen worden, erläuterte der Kommunalpolitiker. Das mit der Maßgabe, innerhalb des Grünzuges auf Gemeindebedarfsflächen wie im Bereich des ehemaligen Klinikums I nur die Errichtung von Einzelbauten zuzulassen - und nicht, wie vom Bielefelder Investor geplant, großflächige Bebauung.
Bürgermeister Michael Buhre und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung seien daher aufgefordert, umgehend das Bebauungsplanverfahren einzuleiten und eine frühzeitige Bürgeranhörung durchzuführen, forderte Peter Düster für das Bürger-Bündnis Minden: "Der Bebauungsplan soll die bisherigen Planungsgrundsätze der Leitplanung fest- und fortschreiben." Werde die vom Immobilienbüro Troscheit favorisierte Bebauung, die im eigentlichen Grünzug an der Hardenbergstraße und der Friedrichstraße liege, realisiert, werde der bereits sehr schmal ausgefallene Grünzug in diesem Bereich auf Null reduziert, warnte der BBM-Stadtverordnete.
Es ist doch kein Wunder, warum sich keine Investoren mehr für Minden Interessieren. Irgendjemand hat immer was an den Plänen auszusetzen. An stelle des Investors für das Gelände des ehemaligen Klinikum 1 würde ich mich zurückziehen und die Pläne in den Reiswolf stecken.