Doch wer glaubt, dass die elf Quader im neuen Logo des Mühlenkreises nichts mit den Korn mahlenden Bauwerken zu tun hätten, der irrt sich. Wie gestern anlässlich der Pressekonferenz zur Einführung des neuen Zeichens deutlich wurde, handelt sich es um die Darstellung zweier Zahnräder, wie sie bei der Kraftübertragung zwischen der horizontalen und der vertikalen Achse der hölzernen Mechanik erforderlich sind.
Sabine Schmidtpeter (22), die im fünften Semester Design an der Fachhochschule Bielefeld studiert, war im vergangenen Wintersemester zu dieser Gestaltungsidee gelangt. Und Landrat Dr. Ralf Niermann ergänzte sogar noch, dass die elf Balken im Mühlengetriebe symbolisch die Zahl der Städte und Gemeinden Minden-Lübbeckes wiedergäben, die ineinander verzahnt im Kreis vereint seien.
Im vergangenen Jahr hatte der Kreis über ein neues Logo nachgedacht. Schließlich kam Landrat Niermann mit Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff, Rektorin der FH in Bielefeld, überein, auf dem Weg eines studentischen Wettbewerbs zu dem neuen Symbol zu gelangen. So hatte sich schließlich der Fachbereich Design der Aufgabe angenommen.
Im vergangenen Jahr bildete zunächst der Kreis einen Workshop mit Vertretern aus Wirtschaft Politik und Verwaltung, die auf der Basis einer Stärken- und Schwächenanalyse ein Selbstbild Minden-Lübbeckes aufstellten, das den Teilnehmern des Wettbewerbs als Leitfaden diente. Die Mühle sollte weiterhin Bestandteil des Symbols bleiben. Unter anderem sollte das Logo prägnant, platz- und kostensparend sein. Schließlich lagen sieben Entwürfe von vier Studierenden einer Jury aus Vertretern der Kreistagsfraktionen und der heimischen Wirtschaft vor, die sich auf den Entwurf von Schmidtpeter einigten. Die Zahnraddarstellungen zum Schriftzug des Kreises Minden-Lübbecke wurden in unterschiedlichen Farbvarianten angeboten - Grün und Braun sollten es für Minden-Lübbecke sein.
Wie Uwe Henry Welter, als Designer und Historiker einer der Mentoren des Wettbewerbs an der FH, erklärte, sei das alte Symbol im Stil der 70er- und 80er-Jahre - tatsächlich wurde es erst 1998 offiziell eingeführt - veraltet gewesen. Die neue Schöpfung der gebürtigen Gütersloherin sei eine innovative Lösung, die noch in mehr als zehn Jahren Bestand haben werde.
Noch lobender hatte sich die Jury geäußert und in ihrer Begründung von einer gelungenen Schriftkombination zwischen traditionell und modern gesprochen. Die Zahnräder verbänden die Technik der Mühle mit moderner Technik.
Übrigens: Das Preisgeld zum Wettbewerb hat den Kreis nur 2000 Euro gekostet. Bei der Gestaltung von Marken- und Firmenzeichen müssen Unternehmen mitunter einen guten fünfstelligen Betrag zahlen. Vor allem ein verschärfter Schutz des Urheberrechts führt zu steigenden Kosten.
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