Internationaler Frauentag mit Kabarett von Monika Hintsches im Mindener Bürgerzentrum / Frauenpolitische Fragen
Es war eine Veranstaltung, die sich mit wichtigen frauenpolitischen Fragen zur Gleichstellung befasste, die aber auch einen sehr unterhaltsamen Teil bot, der immer wieder zu Lachsalven führte, dennoch oftmals Situationen beschrieb, die genau zum Thema passten und trotzt der kabarettistischen Darstellung von Beziehungen zwischen Mann und Frau nachdenklich stimmten.
Anne Braszeit, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Minden, begrüßte die Besucher und erinnerte an das Motto im Agendajahr 2010 "Kurs halten! Gleichstellung!", einem Thema, dem sich Christina Weng, Mitglied im Verdi-Bezirksvorstand Herford-Minden-Lippe, in ihrem Vortrag widmete mit der Frage "... und Kurs gehalten bei der Gleichstellung?"
Sie beschrieb zunächst die heutige Situation und stellte an zahlreichen Beispielen eindrucksvoll dar, dass das Ziel noch längst nicht erreicht sei. So sei gerade wieder zu erkennen gewesen, dass beim Bundesverfassungsgericht unter den 16 Richtern nur drei Frauen tätig seien.
Im Bundestag seien die Frauen nur zu einem Drittel vertreten, ebenso im Landesparlament. In leitenden Führungspositionen seien nur zehn Prozent Frauen zu finden. Von Lohngerechtigkeit sei man noch weit entfernt, und sie fügte hinzu: "Der Niedriglohnsektor ist weiblich, und das ist nicht sexy".
Christina Weng nannte noch zahlreiche Beispiele mit dem Hinweis: "Das sind keine gefühlten Werte, das ist real gemessen und statistisch hinterlegt". Sie forderte auf, weiterhin den Kurs zu halten und in der Politik aktiv zu sein unter dem Motto: "Die Richtung bestimmen wir!"
Trude Backes, verkörpert von der Kabarettistin Monika Hintsches, unterhielt sich erst mal mit dem Publikum, bevor sie die Bühne betrat und über sich und die Welt plauderte, nicht zuletzt auch über Willi, ihren lieben Ehemann, der einstmals ganz nett aussah und den sie sich nicht erst schöntrinken musste. Zu gebrauchen sei Willi, "die Ratte" im Haushalt aber nicht.
Trude schwärmt und singt vom Neandertaler, der keine Zeitung am Tisch liest, so schön piekt beim Küssen und kein Problem mit Prostata und Rheumatismus hat. Und auf dem Bärenfell sei es auch ganz schön. Den geleibten Willi abschaffen, vielleicht mit der Schrotflinte? Und dann singen: "Leb wohl Gesiebter?" - auch keine Lösung! Dann kam die Politik dran, besonders Guido "der immer so aufgeregt ist und so komische Sachen sagt". Auch "dat Merkelchen" bekam ihr Fett weg, und der "Erzengel Gabriel".
Schließlich ging es besonders um Frauenfragen. Ob sich die Männer das so vorstellen, wenn die Frauen morgens Bügeleisen und Bügelbrett nehmen und "von Leidenschaft erfüllt eine innere Explosion erleben"? Die Besucher biegen sich vor Lachen. Monika Hintsches gestaltete mit ihren Darbietungen, aufgelockert durch musikalische Einlagen, einen massiven Angriff auf die Lachmuskeln der Besucher, die sich mit viel Beifall bedankten, die allerdings nicht von dem Angebot Gebrauch machten, ihren Willi bei einem Quiz gewinnen zu können.
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