Zweites Großprojekt / 170 Schüler und 250 Sänger führen im September Verdis Totenmesse in der Kampa-Halle auf
Es ist das zweite Projekt diesen Zuschnitts, das die weiterführenden Schulen Mindens zusammen mit dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen und den Chören der St. Mariengemeinde stemmen. Man kennt sich bereits durch die Aufführung der Carmina Burana von vor zwei Jahren.
"Wir wollen den Schülern vermitteln: Ihr seid Kulturschaffende", sagt Cordula Küppers, eine der künstlerischen Leiterinnen des Projekts und Lehrerin am Ratsgymnasium. Besonders wichtig ist ihr, dass unterschiedliche Schultypen beteiligt sind: Gesamtschulen, Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Förderschulen.
Jugendliche von 10 bis 18 Jahren werden auf der Bühne stehen. Küppers: "In der Vergangenheit sind Freundschaften über Schulgrenzen hinweg entstanden." Für alle Schulen sei es gut, einmal über den eigenen Tellerrand hinwegzugucken. Schließlich müssten die Schüler später im Job auch mit ganz verschiedenen Menschen klarkommen.
Küppers sieht Minden als Speerspitze der Verbindung von Schule und Tanz. "Damit haben wir uns mittlerweile bundesweit einen Namen gemacht." Dass sich die Mitwirkenden mit Verdis Requiem -einer Totenmesse - schweren Stoff aufgeladen haben, empfindet Küppers weniger als Bürde denn als Chance. "In der Vorbereitung setzen sich die Schüler mit dem Tod auseinander, der ja mit zum Leben gehört."
Zumindest am Anfang stehe die Musik aber gar nicht so sehr im Vordergrund, sagt Regisseur und Choreograf Miguel-Angel Zermeno.
"Zunächst geht es darum, die Schüler zu motivieren und ein Team zu bilden. Es dreht sich hier nicht um Solisten." Dabei geht er schrittweise vor. "Zunächst übe ich mit den Schülern einer Schule, dann irgendwann mit allen zusammen. Wie bei einem Mosaik, das sich langsam zusammenführt."
Zermeno, der die deutsche und die mexikanische Staatsbürgerschaft besitzt, sieht den Tod ohnehin unverkrampft. "In Mexiko feiern wir an den Gräbern der Toten und lassen ihnen eine Flasche Tequila da."
Für seine deutschen Eleven hat er trotzdem eigens eine Art Drehbuch entworfen, mit dem er die Tänzer an das Thema Tod heranführen will. "Sie sollen nicht auf die Bühne gehen und irgendetwas tanzen, wozu sie gar keinen Bezug haben."
Geprobt wird während der Schulzeit ebenso wie in einer Woche der Sommerferien. "Ich denke, dass so ein Projekt Teil der Schule sein muss", betont Lehrerin Küppers.
Denn die Schüler würden schließlich eine ganze Menge lernen: "Zuverlässigkeit und Disziplin." Und Selbstbewusstsein: "Teil des Ensembles zu sein macht die Schüler ungeheuer stolz."
Mit von der Partie ist auch die TV-AG des Ratsgymnasiums.
Die Schüler drehen eine Dokumentation über das Projekt und werfen während der Aufführung Projektionen auf eine Leinwand.
Als Veranstalter tritt das Kulturbüro in Erscheinung, Großsponsor ist die Sparkasse Minden-Lübbecke.
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