MT-Telefonaktion: Mittwoch, 10. März / Diese Woche ist europaweit der Aufklärung über Endometriose gewidmet
"Starke bis stärkste Menstruationsschmerzen, ausgeprägte und unregelmäßige Monatsblutungen, starke Kreuz- und Unterbauchbeschwerden, Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr, Blasen- und Darmkrämpfe und ungewollte Kinderlosigkeit ohne jegliche Symptomatik belasten jeden Monat viele Frauen", so Professor Dr. Ulrich Cirkel, Chefarzt der Frauenklinik Minden am Johannes-Wesling-Klinikum.
Vielfach werden die genannten Beschwerden als normal angesehen. "Sie müssen hingenommen werden. Bei meiner Mutter war es auch nicht anders!" Daher dauere es mitunter sehr lange, bis die Betroffenen um Hilfe nachfragen.
Die genannten Beschwerden sind Zeichen der Endometriose, einer gutartigen gynäkologischen Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (etwa in den Eierstöcken, im kleinen Becken) auftreten kann. Die Beschwerden sind vielfältig und mitunter wenig charakteristisch. "Das Ausmaß der Schmerzen lässt aber keinerlei Rückschlüsse auf die Ausdehnung der Erkrankung zu, was die Diagnostik häufig erschwert", so Cirkel.
Etwa sechs Millionen Frauen leiden allein in Deutschland an Endometriose. Zum Leidwesen vieler Frauen vergehen durchschnittlich mehr als sechs Jahre von Beginn der Symptome bis zur Diagnostik. Die Diagnostik umfasst die klinische Untersuchung, die Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens und die operative Abklärung. Letztendlich könne nur durch eine operative Gewebeentnahme die Diagnose gesichert werden. Hierzu eigne sich besonders die endoskopische Chirurgie (Bauchspiegelung per " Schlüssellochchirurgie"), so der Fachmann.
In der Behandlung stehen neben der operativen Therapie mit Entfernung der entsprechenden Herde die medikamentöse Schmerztherapie, die Hormontherapie und alternative sowie begleitende Therapien (Homöopathie, TCM, Akupunktur und die Psychotherapie) zu Verfügung. Die therapeutischen Maßnahmen sollten immer auf die einzelne Patientin abgestimmt sein.
Da Endometriose als Erkrankung relativ unbekannt ist, soll in der Woche vom 8. bis 14. März mit Unterstützung der Europäischen Endometriose-Liga aufgeklärt werden. Hierzu bietet das MT mit Professor Dr. Ulrich Cirkel, dem Vorsitzenden des Berufsverbandes der Frauenärzte, Dr. Rüdiger Schulte, und dem niedergelassenen Frauenarzt Dr. Onno Buurman Mittwoch, 10. März, 16 bis 18 Uhr, eine Telefonaktion.
www.endometriose-liga.eu