Erste Anliegerversammlung vor der Umgestaltung der Fußgängerzone / Anregungen für Wettbewerb geäußert
Wie die Innenstadt aussehen soll, beschäftigt die Mindener Bürgerschaft schon seit Längerem (Berichte im MT). Doch in den kommenden Jahren folgen Konsequenzen. Der Stadtrat hatte bereits im vergangenen Jahr einen Masterplan zur Erneuerung der Innenstadt beschlossen, denn die Sanierung der Abwasserkanäle ist fällig und da kann auch die mehr als 30 Jahre alte Fußgängerzone einbezogen werden.
Bereits im Jahr 2012 kann die Kanalsanierung beginnen. Im Jahr 2014 werden die Arbeiten in der Bäckerstraße abgeschlossen sein und am Scharn fortgesetzt. Der erste Bauabschnitt wurde bereits durch die Bezirksregierung genehmigt. Die Kosten trägt zu 30 Prozent die Stadt. Anlieger werden mit Ausnahme der Hausanschlüsse nicht zur Kasse gebeten, wie Achim Naujock, Bereichsleiter Stadtplanung und Umwelt, erklärte. Baudezernent Klaus-Georg Erzigkeit und Reinhard Drees vom Planungsbüro Drees Huesmann Planer aus Bielefeld informierten am Mittwoch die Anlieger im Bereich Bäckerstraße/Scharn.
Gudrun Walter vom Büro Drees und Huesmann erläuterte anlässlich der Versammlung im großen Rathaussaal das Verfahren des Gestaltungswettbewerbs. Ein aus Landschaftsarchitekten, Architekten und Stadtplanern bestehendes Preisgericht trifft unter 25 Bewerbern eine Vorauswahl. Die endgültige Entscheidung über den Siegerentwurf trifft dann der Rat.
Doch zuvor kamen die Anlieger am Mittwoch zu Wort, um ihre Anregungen für den Wettbewerb einzubringen. Die von den Stadtplanern gesammelten Vorschläge gingen von einer familienfreundlichen Gestaltung über eine bessere Versorgung der Märkte mit Anschlüssen für Wasser und Strom bis zu mehr Sitzmöglichkeiten. Dem bereits andernorts mit Wettbewerben zur Neugestaltung von Fußgängerzonen erfahrenen Planungsbüro wurde auferlegt, den Akzent auf individuelle Merkmale der City zu legen, damit die Stadt nicht in der Beliebigkeit urbaner Gestaltungsmittel ihr Gesicht verliert. Ärgerliches wie die Luftkabel über der Bäckerstraße oder Barrieren durch Aufsteller soll behoben werden. Eine weitere Anregung war eine einheitliche Pflasterung aus chinesischem Granit als Ersatz für den bunten Ist-Zustand.
Großen Raum nahm auch die Diskussion um eine behindertenfreundliche Gestaltung ein, da Barrieren vor allem Rollstuhlfahrern zu schaffen machen. Für Blinde soll es ein Leitsystem geben. Nachdem das Planungsbüro am Mittwoch die ersten Anregungen zur Auslobung des Planungswettbewerbs mit nach Hause nahm, folgen noch zwei weitere Anliegerversammlungen am 24. Februar zum Markt und der Obermarktstraße und am 4. März zum Domquartier sowie der Tonhallen-, Vincke- und Pulverstraße. Am 17. März befasst sich der Bauausschuss dann mit den Wünschen der Anlieger und dem Wettbewerb. Nach Ostern schon veröffentlicht die Stadt die Auslobung. Nach den Sommerferien tagt dann bereits die Jury. 2011 folgt dann die Bauablaufplanung.
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