Anstatt, wie geplant, die Plädoyers von Staatsanwalt und Verteidigern entgegenzunehmen, sah sich die Kammer unter Vorsitz von Jutta Albert einer Flut von 15 weiteren Beweisanträgen ausgesetzt.
Verantwortlich dafür war der Wahlverteidiger des Angeklagten Carsten B. (44) aus Bad Oeynhausen, Rechtsanwalt Dirk Baumann, Herford.
An den beiden vorausgegangenen Verhandlungstagen hatte Baumann wegen Krankheit gefehlt und die Verteidigung allein in den Händen von Pflichtverteidiger Matthias Doehring gelegen.
Die Zeit, die er auf dem Krankenlager verbringen musste, scheint Baumann beflügelt zu haben. Die Verlesung seiner Anträge dauerte mehr als zwei Stunden. Die meisten von ihnen wiesen allerdings große Ähnlichkeit mit jenen 14 Anträgen auf, die der Verteidiger bereits am Dienstag, 3. November gestellt hatte. Zum Beispiel beantragte der Anwalt, das Gutachten eines Sachverständigen für Muscheln und Algen einzuholen.
Wie berichtet, war der Audi A 4 Avant des Mordopfers Karsten Gieseking am 10. Oktober 2005 am sogenannten Nato-Übergang aus der Weser gefischt worden. Anhand des Wachstums der an der Karosserie anhaftenden Organismen werde sich herausstellen, dass der Pkw erst nach der Inhaftierung seines Mandanten am 8. September 2005 im Fluss versenkt wurde, Carsten B. also nicht dafür infrage komme, meint Baumann. Zwar hatte das Gericht bereits das Gutachten einer Biologin des Landeskriminalamtes entgegen genommen, aber der Verteidiger hält deren Sachkunde für nicht ausreichend. Ähnlich verhielt es sich mit den anderen Anträgen. Es sollen Personen vernommen werden - Kripobeamte und Juristen - die in diesem Prozess zum Teil schon mehrfach als Zeugen gehört wurden. Dadurch soll die Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen Hans-Walther U. erschüttert werden.
Der Prozess wird am 4. Dezember fortgesetzt.











































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