Journalist äußert sich gegenüber MT zu Vorwürfen des Campingplatzbesitzers Werner Vehlbers
Die Behauptungen Vehlbers, Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen und Material benutzt worden, das nicht vom Campingplatz Osterwald stamme, weist der Journalist vehement zurück. "Das ist eine absolute Lüge. Alles ist authentisch." Alle im Buch geschilderten und im Film gezeigten Szenen hätten sich im August 2008 auch genau so auf dem Campingplatz abgespielt. "Alle Sätze sind in dieser Form gefallen, darüber kann ich auch eine eidesstattliche Erklärung abgeben und filmische Beweismittel jederzeit vorlegen."
Er habe von vornherein den Eindruck gehabt, dass er und "seine Familie" auf dem Campingplatz nicht willkommen gewesen seien. "Der Betreiber wollte uns im Grunde schon für eine Übernachtung nicht da haben." Vehlber habe wortwörtlich gesagt: Das liegt an der Hautfarbe.
Trotzdem will Wallraff dem Campingplatzbetreiber keinen Rassismus unterstellen. "Ich hatte nicht den Eindruck, dass er Rassist ist. Eher, dass er alle anderen nicht verärgern wollte", erklärt der Journalist. Er sehe Vehlber deswegen auch nicht als Feind. "Er ist mit seinem Verhalten nicht alleine."
Die örtliche Beschreibung "Minden im Teutoburger Wald" sei daher auch als Verfremdung gedacht gewesen. "Ich wollte Herrn Vehlber nicht an den Pranger stellen. Er sollte weder von Rassisten beglückwünscht, noch von anderen angefeindet werden." Minden, so Wallraff, sei für ihn die nächstgrößere Stadt. Espelkamp ordne er schon dem Teutoburger Wald zu. Dass seine Aussage durch die missverständliche Ortsangabe möglicherweise in den Hintergrund gedrängt werde, befürchtet der Journalist nicht: "Die eigentliche Botschaft steckt in den wörtlichen Dialogen."
Die Anlage der Vehlbers sei "völlig zufällig" ausgesucht worden. "Wir sind damals einfach durch die Lande gefahren und haben angehalten, wo es uns gefiel", sagt Wallraff. Manchmal habe man auch einfach eine Münze geworfen. Das Areal der Vehlbers liege in einer schönen Gegend. "Für jedes Beispiel gibt es aber noch mehrere Orte, an denen ich war." Er habe immer wieder Anfeindungen erlebt.
Dass dem Espelkamper Campingplatzbetreiber die Filmaufnahmen im Vorfeld nicht gezeigt worden seien, um ihm eine Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben, sei reine Tarnung gewesen. Wallraff: "Ich war damals zeitweise noch unterwegs. Das hätte meine Recherche gefährdet."
Er sei aber durchaus bereit, mit den vom Film betroffenen Menschen persönlich ins Gespräch zu kommen. "Ich habe schon mit der Polizistin gesprochen, die sich damals im Cottbus vor mich gestellt hat und auch mit vielen anderen."
Wallraff will sich daher mit Herbert Vehlber in Verbindung setzen, "erstmal ohne Presse und Zweithörer". Er sei überzeugt davon, dass er den Betreiber als freundlichen Menschen kennenlernen könne. Das MT übermittelte ihm die Kontaktdaten der Familie Vehlber.
Schon alleine aus rechtlichen Gründen (Rufschädigung etc) kann ich mir nicht vorstellen, dass ein bekannter Journalist wie Herr Wallraff solche Lügen verbreiten würde. Schade eigentlich das der Campingplatzbetreiber sich nicht an seine eigene Nase fasst und mal über seine eigene Einstellung nachdenkt. Denn in diesem Film bzw. mit den Reportagen wird der Gesellschaft eigentlich nur ein Spiegel vorgehalten. Für das was man darin sieht, ist nicht der Redakteur verantwortlich, sondern derjenige der in den "Spiegel" schaut. MfG