Sanierungsarbeiten haben begonnen / Viel Eigenarbeit / Programm läuft weiter - auch die Ferienspiele
Zwei Jahre lang wird jetzt unter laufender Jugendarbeit umgebaut und saniert. 2011 soll alles fertig sein - rechtzeitig zu den Feierlichkeiten des 50-jährigen Bestehens der Einrichtung.
Als "Haus der Jugend" ist sie 1961 entstanden. Konzept damals: So ziemlich jede Jugendgruppe in Minden sollte einen eigenen Raum bekommen. Inzwischen ist hier der Ausgangspunkt für die zwei Spielmobile, es ist Zentrum des Freizeitmitarbeiterclubs, Standort des Kinderzirkus Peppino Poppollo und Stützpunkt für die Ferienspiele. Die zwei hauptamtlichen Kräfte machen zudem viele Angebote für Kinder und Jugendliche, vom Gärtnern bis zum Rockkonzert.
Die jetzt anstehenden Arbeiten sind umfassend. Rund 40 Prozent Energiekosten sollen nach der Sanierung des Baus eingespart werden können, die Räumlichkeiten sollen besser nutzbar und die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk vertrieben sein. Die komplette Elektrik wird erneuert, das Dach und die Fassaden werden saniert, aus Brandschutzgründen unter anderem eine Lautsprecheranlage fürs ganze Haus installiert. Sanitäre Anlagen und Küche werden erneuert, und einen Putzmittelraum soll es künftig auch geben. "Viele kleine Dinge werden geändert, die einem das Leben bisher schwer gemacht haben", sagt Frank Blietz, Leiter der Einrichtung.
Er freut sich besonders auf die bühnennahen neuen Lagermöglichkeiten für Requisiten und Bühnenelemente. Bisher schleppten vor Veranstaltungen die Mitarbeitenden die je 40 Kilogramm schweren Teile herbei. Denn die wohl größte Veränderung steht der Veranstaltungshalle bevor: Sie wird abgerissen und größer und schöner wieder aufgebaut.
Neue Veranstaltungshalle als letzter Bauabschnitt
Im Herbst 2010 wird die alte Halle abgerissen - das ist der letzte Bauabschnitt des Gesamtprojektes. Vorher werde der Bereich rund um die heutige Theke erneuert (2010), und bereits in diesem Jahr ist der weit geschwungene Flügel dran. Der verliert unter anderem seine unteren Balkone.
Es werden unter anderem einige Türen zugemauert und Reste von Trennwänden in den einzelnen Zimmern entfernt - vor allem aber wird der Kellerbereich der Theke wieder nutzbar gemacht. Zurzeit sind da noch uralte Duschanlagen, die Räumlichkeiten sind schon lange gesperrt. Künftig soll es mehr Bandübungsräume geben - "die werden in Minden dringend gebraucht", sagt Frank Blietz, Leiter der Einrichtung.Zurzeit sind Mitarbeiter des Hauses und des Freizeitmitarbeiterclubs (FMC) dabei, alles für die anstehenden Arbeiten vorzubereiten. Fußbodenbeläge und Paneele beispielsweise werden herausgenommen. So manche Überraschung hätten sie dabei schon erlebt, sagt Blietz. Hinter den (seinerzeit hochmodernen) Verkleidungen aus Tropenholz beispielsweise entdeckten die Helfer Feuchtigkeit und Schimmel. Blietz: "Es ist gut, dass man den ganzen Mist rausreißt."
Die Vorarbeiten müssen zügig laufen. Denn bis zu den Sommerferien ist im Haus das Normalprogramm, dann kommen die Ferienspiele wie immer. Erst nach den Ferien sollen die Handwerker ins Haus kommen. Das pädagogische Programm läuft auch dann weiter. "Wir können doch nicht zwei Jahre den Kinderzirkus Peppino Poppollo nach Hause schicken", so Blietz. Großveranstaltungen und Konzerte jedoch wird es in der Umbauphase nicht geben.
Sparen durch viele Eigenarbeiten
Die Eigenarbeiten sollen helfen, Geld zu sparen. 1,430 Millionen Euro sind für das gesamte Projekt veranschlagt. Die engagierten Ehrenamtlichen des FMC, die jetzt kräftig mit anpacken, sind dem Haus seit vielen Jahren eng verbunden. "Ohne die wär das Haus hier längst weg", sagt Blietz.
Denn in den Jahren 2001/2002 standen alle städtischen Einrichtungen zur Diskussion, "auch das Kreativzentrum Anne Frank", erinnert sich Stadtjugendpfleger Thomas Christoph. Damals hätten sich die Nutzer - vor allem der FMC - stark öffentlich und politisch dafür eingesetzt, dass die Einrichtung erhalten bleibt. FMC-Vorsitzender Karsten Geier sagt klar: "Uns liegt sehr viel an dieser Einrichtung."
Unter anderem sammelten die Aktiven seinerzeit 20 000 Unterschriften für den Erhalt des "Kreaze". Das sollte zunächst an anderer Stelle zwischen Sommerbad und Weser neu gebaut werden. Doch dann stellte sich heraus, dass das gegenwärtige Gelände nicht zu verkaufen sein würde. Ein Jahr lang hatten bis zu diesem Zeitpunkt bereits Baufachleute, Beschäftigte und Nutzer zusammengesessen und ein Konzept erarbeitet. "Doch die vielen Gespräche waren nicht nutzlos, weil wir uns unter anderem über innere Zusammenhänge in so einer Einrichtung austauschen mussten", sagt Christoph.
Sanierung des alten Hauses ist durchgeplant
Inzwischen ist die Sanierung des alten Hauses durchgeplant. Architekt Oliver Schwarze lobt zwar den "Baukörper mit Schwung", sorgt sich aber auch ob der zergliederten Bauweise. Der Stichflur
beispielsweise ist viel zu schmal, die Flügelform sorgt dafür, dass sehr große Flächen zu sanieren sind. Doch das Haus wird in seiner gesamten Größe erhalten.
Was wird sich pädagogisch ändern? Blietz: "Wir werden später Bandübungsräume haben. Die Vermietung der Halle an Externe wird möglich sein. Wir können auch kleinere Räume bieten - etwa für Kindergeburtstage. Ansonsten? Wir sind pädagogisch up to date mit dem, was wir hier machen."
Übrigens: Dafür, dass nicht länger im Mobiliar aus den frühen 60er-Jahren gearbeitet werden muss, hat eine Spende gesorgt. Rund 100 000 Euro stünden unabhängig von der Umbausumme durch eine zweckgebundene Spende für die Inneneinrichtung zur Verfügung, sagt Christoph.
Allerdings wird an Bord des Kreativzentrums auch beim Stapellauf nach der Runderneuerung nicht mehr Personal als jetzt sein. "Wir sind in der Verwaltung schlicht nicht in der Situation, dass wir aufstocken können", sagt Christoph.
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