Immanuelgemeinde verkauft Kirche an benachbartes Alten- und Pflegeheim / Entwidmungsgottesdienst am Sonntag
Das Gotteshaus wird zu einem Aufenthaltsraum für das Alten- und Pflegeheim "Haus Stiftstraße" umgebaut. "Ich freue mich, dass die Kirche somit als Gebäude erhalten bleibt", erklärt Pastor Schlichting. Dennoch sei es natürlich schade, dass die Gemeinde das knapp 90 Jahre alte Gotteshaus aufgeben muss. "Zuletzt konnten wir es jedoch weder finanziell noch personell weiter tragen", bedauert der Pfarrer.
Die Immanuelgemeinde, die zur selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gehört, hat in Minden zurzeit 35 Mitglieder. Bundesweit zählt die SELK rund 36 000 Gemeindeglieder. "Wir finanzieren uns ausschließlich über die Beiträge unserer Gläubigen sowie über Spenden", erläutert Pastor Schlichting.
Die Kirche wurde 1926 von 36 Gemeindegliedern errichtet. Ihre Blütezeit erlebte sie während der 50er- und 60er- Jahre, als sich zahlreiche Flüchtlinge in Minden niederließen. Da die Gemeinde jedoch zu Beginn der 70er-Jahre immer mehr schrumpfte, war sie für einige Jahre der Muttergemeinde in Heimsen angegliedert und wurde schließlich zusammen mit einer Gemeinde in Veltheim geführt. Seit rund zehn Jahren wird die Immanuelkirche von Stadthagen aus mit bedient. "Ich habe in Minden alle zwei Wochen einen Gottesdienst abgehalten, der in der Regel von acht Gläubigen besucht wurde", erklärt Pfarrer Schlichting.
Um Heizkosten zu sparen, hätten sich die Gläubigen bereits seit längerer Zeit nicht mehr im Kirchraum, sondern im kleinen Gemeindesaal zusammengefunden, berichtet Pastor Schlichting, der seit fünf Jahren die Mindener Gemeinde mit betreut.
Vor einiger Zeit sei dann die Geschäftsführung des benachbarten Alten- und Pflegeheims "Haus Stiftstraße" an die Gemeinde herangetreten und habe gefragt, ob sie das Gotteshaus kaufen könne, erinnert sich Pastor Schlichting. "Das war eine glückliche Fügung", erklärt der Gottesmann.
Die kleine Mindener SELK-Gemeinde bleibe jedoch auch nach dem Verkauf der Kirche weiter bestehen. So habe die Geschäftsleitung des Seniorenheimes den Gemeindegliedern im Andachtsraum des Hauses ein Gastrecht gewährt, freut sich Schlichting. Nach dem Umbau der Kirche dürfe die Gemeinde dann sogar ihre Gottesdienste in der umgebauten Kirche feiern. Auch die Orgel fände dort einen Platz.
Kirchraum wird Aufenthaltsraum
"Wir wollen den Kirchraum zu einem Aufenthaltsraum für unsere Bewohnerinnen und Bewohner umbauen", berichten die beiden Geschäftsführer Michael Brauns und Siegfried Rudloff. Und aus dem bisherigen Gemeindesaal werde eine Küche.
Darüber hinaus stehen weitere umfangreiche Bauarbeiten an der Stiftstraße an. So entsteht auf dem Gelände hinter der Kirche ein viergeschossiger Neubau. Mit den Bauarbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden. In einem zweiten Schritt wird dann der Altbau renoviert. Auf diese Weise könne das Betreuungskonzept des Hauses weiter ausgedehnt werden, so die Geschäftsführung.
Die Entwidmung der Kirche begeht die Immanuelgemeinde am Sonntag, 19. April, 15 Uhr, mit einem Gottesdienst. Neben den Gemeindegliedern wird auch Superintendent Markus Müller aus Lachendorf an diesem Gottesdienst teilnehmen.
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