Neben der musikalischen Qualität zeigte das Ensemble der Kammeroper Köln große Spielfreude bei der Volksbühne
Die Volksbühne Minden hatte sich dafür die Kammeroper Köln zum Sonntag ins Stadttheater Minden eingeladen. Gekommen waren Katharina Ajyba (Sopran), Ester Hilsberg (Sopran), Sabine Laubach (Sopran), Antonio Rivera (Tenor), Patricia Ramos-Pereira (Bariton) und Campbell Vertesi (Bass).
Esther Hilsberg, die in Minden in mehreren Rollen begeisterte, und Inga Hilsberg haben "Die Junge Kammeroper Köln - Musiktheater" 1996 als eingetragenen gemeinnützigen Verein gegründet. Im August 2007 eröffnete die Junge Kammeroper zudem eine eigene Spielstätte unter dem Namen "Kammeroper Köln" im Stadtteil Rodenkirchen. Sie verfolgt zwei Hauptziele: Zum einen möchte sie Kindern einen Zugang zum Musiktheater eröffnen. Zum anderen fördert sie junge Sänger, Musiker und Komponisten.
Das Ensemble besteht aus Absolventen und Studierenden aus höheren Semestern deutscher Musikhochschulen, die nach einem strengen Auswahlverfahren in das Ensemble aufgenommen werden. Hier können sie erste Bühnenerfahrungen sammeln. Immer wieder schaffen Sänger nach einem Engagement bei der Kammeroper Köln den Sprung an große Opernhäuser.
Zu ihnen gehört der Kanadier Campbell Vertesi, der kürzlich in Paris als Méphistophélès in Gounods Faust überzeugte. Für seinen frischen Bass war die Rolle des Dottore Bartolo in Mozarts "Le Nozze di Figaro" eine der leichtesten Übungen des Abends. Keine Probleme mit großen Höhen hat Antonio Rivera. Sein strahlendes Belcanto verlieh dem gesamten Abend Glanz.
Insgesamt waren in Minden Darbietungen unterschiedlicher Qualität, aber doch auf einem angenehmen und hohen Niveau zu hören. Augenzwinkernd moderierte Sabine Laubach den Abend, fasste Inhalte amüsant zusammen und erinnerte an manches Wissenswerte aus dem italienischen Opernbetrieb. Sie selbst lieferte unter anderem eine überzeugend Darbietung der Lady Macbeth aus Giuseppe Verdis Oper "Macbeth", in der sich der ihr drohende Wahnsinn bereits erschreckend andeutet. Neben der musikalischen Qualität zeigte sie große Spielfreude, die auch in den halbszenischen Darbietungen der anderen Sänger deutlich wurde.
Ohne spezielle Requisite und mit wenigen Kostümandeutungen entstand eine lebendige Aufführung. Dabei erklangen unter anderem bekannte Arien und anrührende Duette von Gaetano Donizetti, Wolfgang Amadeus Mozart, Giacomo Puccini und, wie erwähnt, von Giuseppe Verdi. Zum Finale gestaltete das gesamte Ensemble Szenen aus La Bohème. Den begeisterten Applaus der Zuhörer entlohnten die Musiker mit einem weiteren Stück aus "La Traviata".