Zwei ganz und gar "unbuschige" Werke, wie Museumsleiterin Grudrun-Sophie Frommhage formuliert, sind in dieser Ausstellung vertreten: Eine Bockwindmühle im Mondlicht, die viel romantischer wirkt, als die anderen Gemälde des Künstlers. Auch ein Aquarell ist dabei, eine Seltenheit im Oeuvre des Wiedensahlers, wie Frommhage-Davar formuliert.
Das Mondschein-Bild hätte Busch selber vermutlich nie gezeigt, meint die Museumsleiterin. Das Bild stimme einfach nicht, denn der Mond, der da gerade überm Horizont auftaucht, könne niemals die Lichtreflexe auf dem kleinen Teich am vorderen Bildrand erzeugen. Auch zwei der Zeichnungen hat Busch ganz offenbar als Studien gesehen. Im einen Fall ist die Holländer-Windmühle groß gezeichnet und quer dazu, deutlich kleiner angelegt eine Landschaft mit eben dieser Mühle. In einem anderen Fall hat er eine Landschaft über eine Kuh gesetzt. Aber gerade diese Blätter seien es, die so viel über die Arbeitsweise des Künstlers verraten, meint Frommhage-Davar.
Nicht auf allen Arbeiten dieser Zusammenstellung sticht die Mühle sofort ins Auge. Manchmal ist sie winzig klein ganz in den Hintergrund gerückt. Aber egal, ob gezeichnet oder gemalt, immer sind es nur die beiden Wiedensahler Mühlen, die alte, 1729 errichtete Bockwindmühle, die nördlich des Dorfes stand und der jüngere Holländ, der am Ortsausgang Richtung Stadthagen stand.
Von der Bockwindmühle hat Kurt Cholewa, Leiter des Museums im Alten Pfarrhaus, kurzerhand noch den geschnitzten Giebelbalken zur Ausstellung beigesteuert. Das passt wunderbar, denn die hier präsentierte Doppelseite aus den Münchner Bilderbögen, die noch vor "Max und Moritz" entstanden, erzählt eine Geschichte, die später auch die Wiedensahler Bockwindmühle ereilte. In "Der Bauer und der Windmüller" bindet ein Bauer seinen Esel an einen Mühlenflügel. Der Müller aber setzt seine Mühle in Gang, der Esel wird damit in die Lüfte gerissen und erschlagen. Seinen Verlust rächt der Bauer, indem er nachts den Bock der Mühle durchsägt.
In der Wiedensahler Realität sei allerdings kein Esel zu Tode gekommen. Hier hätte die Mühle vor Jahren unter Denkmalschutz gestellt werden sollen. In einer Nachtaktion habe der Besitzer selber die Säge angesetzt, berichtet Cholewa.
"Flügelspiele im Sausewind", bis 9. September, Wilhelm-Busch-Geburtshaus, Hauptstr. 68a, Wiedensahl, Di-Fr 10-12 und 14-17 Uhr, Sa + So 10-17 Uhr