Grooviger Druck und mitreißende Funkyness / "Own Style Band" begeistert / Klaus Doldinger nächsten Samstag zu Gast
Manche waren ohne große Erwartungen zum Konzert gekommen, andere hatten sich bewusst auf einen weiten Weg gemacht, um genau diese Band live zu erleben. Begeistert waren am Ende alle, und zwar restlos.
Und das lag daran, dass alles perfekt zusammenpasste: Musik, die von der ersten Sekunde an in die Beine ging. Musiker, die grandios aufspielten - auf einem Niveau, das regelrecht umhaute und mit einer Spielfreude, die mehr als ansteckend wirkte. Dazu der überragende Sound, der dank des erfahrenen Tonmeisters Pit Lenz zu einem echten Hörgenuss wurde.
Rüdiger Baldauf stand nicht zum ersten Mal auf dieser Bühne, aber zum ersten Mal gab er den Ton an und führte seine eigene Band durch seine eigene Musik, seinen "Own Style" wie er auch sein Debüt-Album als Bandleader genannt hat. Was er hier live ablieferte, war aber weit mehr als eine reine CD-Präsentation. Es war ein Treffen von Freunden, die zu den besten Musikern der deutschen Jazz-Szene gehören und die eine unbändige Lust am Miteinander versprühten.
Freunde, die dem anderen im Dienste der gemeinsamen Sache auch mal den Vortritt lassen, die ihre Späße miteinander machen, die mit minimalem Einsatz maximale Wirkung erzielen können und die zusammen einen Sound erzeugen, der einer perfekt produzierten CD in nichts nachsteht.
Großartige Soli gab es zu bewundern, immer wieder von Bruno Müller, dem deutschen Super-Gitarristen, der sonst u. a. für Mezzoforte in die Saiten greift und in einer minutenlangen Hommage an Pat Metheny nicht zum einzigen Mal mit technischer Klasse und überragender Virtuosität brillierte. Oder die rasanten Läufe des Keyboarders Martin Sasse, der im vergangenen Jahr mit Sting auf Tournee war. Die expressiven Saxofon-Ausflüge von Thorsten Skringer - wie Baldauf Mitglied der TV-Band "Heavytones" - begeisterten immer wieder, ob solistisch oder im knackigen Satzspiel mit Rüdiger Baldauf, der neben Trompete und Flügelhorn auch Posaune spielte und sich im Opener "Messing with the Kids" sogar mit dem Didgeridoo auf die Spuren der australischen Aborigines begab.
Herrlich groovigen Druck und mitreißende Funkyness erzeugte die Rhythmusgruppe mit dem unermüdlich nach vorne treibenden Mario Garuccio an den Drums, mit Marius Goldhammer und seinen satten Basslinien, die ein Stillsitzen unmöglich machten, und dem durch vielfältige Soundeffekte überzeugenden Heiko Himmighoffen an den Percussions.
Schließlich sorgte Chrissy Baldauf mit Gesangs-Einlagen für Abwechslung, die es eigentlich gar nicht gebraucht hätte, denn diese Band ist allein schon eine Klasse für sich. Eine, die ganz oben mitmischt und von der es hoffentlich bald mehr zu hören gibt. Der Jubel des Publikums war denn auch zu Recht an Euphorie kaum zu übertreffen.
Am kommenden Samstag, 21. April, ist Saxofonist Klaus Doldinger mit seiner Band Passport im Jazz Club Minden zu Gast. Bereits am Freitag, 20. April, findet die nächste Jamsession dort statt, diesmal unter dem Motto "Latin Grooves & Moves".