Zu seiner mit Keyboarder Moritz Fuhrhop, Bassist Daniel Hopf und Drummer Helge Preuß besetzten Band gesellte sich für einige Stücke der Gitarrist Mitch Hillford als Überraschungsgast.
Wer im US-Bundesstaat Mississippi geboren wird, dem werden Musikstile wie Blues oder Rock n Roll quasi in die Wiege gelegt und es gibt wohl immer irgendjemanden in der Familie, der Musiker geworden ist. Bei Khalif Wailin Walter war es sein Onkel, der Chicagoer Blues-Gitarrist und Sänger Carl Weathersby, der seine Leidenschaft für den Blues weckte. Leidenschaft und sehr viel Gefühl sind auch die auffälligsten Markenzeichen des in Chicago aufgewachsenen und heute in Deutschland lebenden Blues-Musikers Khalif Wailin Walter.
Während seine Mitmusiker - bis auf ein paar solistische Ausflüge - sich weitgehend zurückhalten und hauptsächlich ihre Rolle als Begleiter erfüllen, steht der mit langen Rastazöpfen und kräftiger Statur imposant wirkende Bandleader im Mittelpunkt. Doch nicht immer hält er die Zügel fest in der Hand: Pausen beim Wechsel der fünf mitgebrachten Gitarren, die jedes Mal wieder kurz angestimmt werden, lassen Längen entstehen, die von der besonders in solchen Momenten etwas uninspiriert wirkenden Band nicht aufgefangen werden.
Das Mikrofon nutzt der Sänger zu oft überhaupt nicht, sodass nur die Besucher in unmittelbarer Bühnennähe seine Stimme verstehen können. Wenn Khalif Wailin Walter singt und spielt, dann taucht er völlig ein in das, was er macht, wird eins mit seiner Musik, interpretiert sie mit so viel Gefühl und großer Leidenschaft, dass er manches Mal alles um sich herum zu vergessen scheint. Durch seine Körpersprache, sein tief empfundenes Gefühl für den Blues und seinen zwischendurch immer wieder aufflammenden Kontakt zum Publikum gewinnt er Sympathien und er versteht es, keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Eigenkompositionen wie der persönliche Tribut an eine vergangene Liebe oder fröhliche Rhythm-n-Blues-Nummern mit funkiger Note stehen neben Klassikern von Otis Rush oder B. B. King. Khalif Wailin Walter gibt ihnen eine eigene Note und er weiß auch, das Publikum mit kleinen Überraschungen bei Laune zu halten. So gesellt er sich immer mal wieder zu den seitlich der Bühne sitzenden Gästen, animiert die Besucher zum Mitsingen oder präsentiert im letzten Teil des Konzertes den Gitarristen Mitch Hillford als Gastmusiker.
Wie der Zugaben fordernde Beifall zeigt, ist es Begeisterung, die im Publikum am Ende überwiegt. Das nächste Konzert mit Tastenmann Nils Gessinger, seiner elfköpfigen Band sowie Funk, Soul und Jazz aus dem Album "Pas-sion" findet am Samstag, 4. Februar, im Jazz Club statt.