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30.01.2012
Portabühne spielt turbulente Komödie mit leichtem Tiefgang
Inszenierung "Venedig im Schnee" feiert erfolgreiche Premiere / Eindrucksvolles Vierpersonenstück
VON VOLKER KNICKMEYER

Minden (VK) Beziehungskomödien sind der Dauerbrenner im Theaterleben. Französische sind im Moment offensichtlich besonders "en vogue". In Kino und Theater räumt "Der Gott des Gemetzels" reichlich ab, die Portabühne setzt mit "Venedig im Schnee" auch auf das ewige Geplänkel zwischen Mann und Frau.

Jean-Luc (Claus Burkardt, l.) und Christophe (Jochen Lewin, r.) sind verwirrt. Patricia (Ramona Ahijado) und Nathalie (Bianca Krumme, 2.v.l.) haben ihren Spaß. | Foto: Volker Knickmeyer

Wie bei der Goethe Freilichtbühne Porta nicht anders zu erwarten, fand auch dieses Stück bei der Premiere reichlich Anhänger. Zum ersten Mal war das Ensemble im Festsaal des Hauses Salem-Köslin an der Kuhlenstraße zu Gast. Alle weiteren Aufführungen finden ebenfalls dort statt.

Roberto Widmer und sein Assistent Friedhelm Schlötel führten Regie in der turbulenten Komödie des Franzosen Gilles Dyrek. Worum geht es in dem Vierpersonenstück? Jean-Luc (Claus Burkardt) trifft zufällig seinen alten Studienkollegen, den leicht schmierigen "Cabriofahrer" und ehemaligen Frauenheld Christophe (Jochen Lewin), wieder. Sie verabreden sich in der frisch bezogenen Pariser Altbauwohnung von Jean-Luc und seiner zukünftigen Ehefrau Nathalie (Bianca Krumme). Sie wollen ihr Wiedersehen feiern und sich gegenseitig die Partnerinnen vorstellen.

Christophes Freundin Patricia (Ramona Ahijado) ist mucksig. Alle begrüßen sich - sie bleibt stumm. In unbewachten Augenblicken spricht sie zwar mit ihrem Freund, aber sobald das Turtelpärchen auftaucht, verstummt sie.

Jean-Luc und seine leicht überdrehte Verlobte (mit Strümpfen passend zur Tapete!) bemühen sich, perfekte Gastgeber zu sein, aber die zunächst äußerst zickige Patricia sagt immer noch kein Wort. Es geht so weit, dass sich der Zuschauer nach gut dreißig Minuten fragt: "Wann sagt sie denn endlich mal etwas?" Patricia ist gefrustet und will sich so an ihrem Lover rächen.

Das kann natürlich nicht gut gehen. Die Gastgeber halten sie für eine Ausländerin. "Du noch wollen Vorspeise?", fragt Nathalie Christophes verstockte Freundin. Sie schwenkt ein und ist plötzlich Chouwenierin - Bürgerin eines Phantomlandes in Ex-Jugoslawien. Auf keiner Karte zu finden. Ein Gemisch aus Englisch und Chouwenisch entsteht, mit viel Sprachwitz und großer Spielfreude nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Jean-Luc bekommt Mitleid: Spenden für Chouwenien. Jawoll. Das ist es! Der schöne Hasenpullover, der Wandbehang, die Decke, kann alles weg. Patricia hat plötzlich Freude an der Sache. Akteurin Ramona Ahijado macht große Augen, verzieht den Mund, aus ihrem Gesicht kann man perfekt lesen. Als noch die kitschige Schneekugel aus Venedig Objekt der Begierde wird, gerät alles aus den Fugen.

Paar möchte heiraten und Kinder

Die Paare tauschen die Rollen, die ewig turtelnden kriegen sich in die Haare und das Paar, welches schon fast auseinander war, möchte plötzlich heiraten und Kinder. Verrückte Welt. Zum Schluss kommt es, wie es kommen muss. Aber das wird hier nicht verraten.

Weitere Aufführungen im Februar: 3., 4., 10., 11., 17., 18., 19. (18 Uhr), 24., 25. Im März: 3., 9., 10., 11. (18 Uhr), 16., 17. Soweit nicht anders angegeben jeweils um 20 Uhr im Festsaal des Hauses Salem-Köslin, Kuhlenstraße 82, Minden. Karten unter www.portabuehne.de sowie unter (0 57 41) 7 13 68 (Mo-Do 9-13 Uhr und 15-17 Uhr, Freitags von 9-13 Uhr).

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 30.01.2012 um 01:17:37 Uhr

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Kommentare
Sehr schönes Stück, ausdrucksstarke Schauspielerinnen und Schauspieler! Sehenswert!!!!


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