Osnabrück (lni). Mit dem Tabuthema Zwangsprostitution in NS-Konzentrationslagern beschäftigt sich eine Ausstellung im Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück. "Wir schätzen, dass 200 Frauen in den Lagerbordellen tätig waren", sagte die Leiterin der organisierenden Gedenkstätte Ravensbrück, Insa Eschenbach. Die Ausstellung ist erstmals in Niedersachsen zu sehen.
Die meisten Frauen seien im KZ Ravensbrück rekrutiert worden. Einige Frauen hätten sich von sich aus für diese Dienste in den zehn Konzentrationslagern gemeldet - "sofern man unter solchen Bedingungen von Freiwilligkeit sprechen kann", fügte Eschenbach hinzu.
Ein voyeuristisches Interesse befriedige die Ausstellung mit ihren Info-Tafeln, Hörstationen und Dokumenten nicht. "Wir arbeiten über die Sprache", sagte Eschenbach. Die Ausdrücke der SS zeigten, dass die Frauen zu Objekten gemacht wurden, die den Männern beispielsweise "zugeführt" worden seien.
Die Kundschaft der Zwangsprostituierten waren Lagerhäftlinge. SS-Leiter Heinrich Himmler hatte ab dem Jahr 1942 ein Anreizsystem zur Leistungssteigerung eingesetzt. Dazu gehörte auch ein Besuch im Bordell.


















