Tatsächlich führen sie die Folklore-Tradition lebendig fort, indem sie diese für Einflüsse aktueller Musik von Pop bis Jazz öffnen, aber das hat ja eigentlich auch Tradition. Neben alten Tänzen und Liedern aus Dänemark und den umliegenden Ländern präsentiert die Band auch eigene, die meist aus der Feder von Jørgen Dickmeiss oder Maren Hallberg stammen.
Der Name Svøbsk stammt von einem schnellen Paartanz in enger Umarmung, der gemeinsam schwindelig macht, bis man einen kleinen Schwips bekommt. Eng beieinander sind auch die Musiker in ihrem ineinander verwobenem Spiel. Sie hören gut aufeinander und suchen immer wieder Blickkontakt. Die Atmosphäre dieser Klänge ist bezaubernd, mitreißend und intensiv und nimmt die Zuhörer schnell gefangen, was auch am langen Applaus zwischen den Stücken spürbar wird. Auch die leisen, zarten Momente finden neben kraftvollen, temporeichen Passagen, darunter der schnellste Tanz Dänemarks, ihren Platz.
Die Gruppe, die 2003 mit dem Musiker-Ehepaar Maren Hallberg und Jørgen Dickmeiss begann, ist inzwischen als Quartett unterwegs. Maren Hallberg bietet auf ihrem Akkordeon ein vielfältiges Spiel zwischen rasanten Läufen und betörend gefühlvollen Melodien. Aus ihren Haaren zieht sie zwei Löffel, um darauf den Takt zu einem Svøbsk zu spielen - und dann mit Jørgen Dickmeiss, der sich dabei auf seiner Mundharmonika begleitet, durch das BÜZ zu tanzen.
Dickmeiss spielt meist schwung- und gefühlvoll Geige, kann aber auch auf der Gitarre, Mandoline oder Maultrommel begeistern. Sein kraftvoller Gesang trägt auch authentisch die reizvollen Folkmelodien. Theis Langlands am Piano spielt nicht im Vordergrund, sondern ergänzt mit perlenden Läufen und spielt ebenso Mundharmonika und Maultrommel.
Auch Simon Busk setzt seine vielfältige Perkussion weniger dominant treibend, als ummalend, gelegentlich polyrhythmisch ein. Svøbsk schafft es mit neuen Klängen, die so noch nicht in der Nordischen Reihe zu hören waren und einem sympathischen Auftritt, der zudem immer sehr unterhaltsam ist, zu begeistern.
Da wundert es nicht, dass das anhaltend applaudierende Publikum im vollen BÜZ sie erst nach zwei Zugaben gehen lässt.