Paderborn/BadDriburg (epd). Das kürzlich entdeckte Siegel eines Abtes aus dem 16. Jahrhundert ist bis zum 2. Mai im Paderborner Kaiserpfalz-Museum zu sehen. Das gravierte goldene Siegel zeigt seinen Besitzer Abt Jodocus Rosa, der von 1582 bis 1598 dem Benediktinerkloster Abdinghof in Paderborn vorstand, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mitteilte. Das Stück sei ein Zufallsfund, auf den ein ehrenamtlicher Sondengänger Ende des vergangenen Jahres in der Nähe von Bad Driburg gestoßen sei.
Das Siegel zeigt den Angaben nach den Abt Jodocus Rosa (1558-1639) in vollem Ornat unter einem Baldachin thronend. Die lateinische Umschrift "Siegel des Abtes Jodocus des Klosters der Apostel Petrus und Paulus in Paderborn" habe die eindeutige Identifizierung des Siegels möglich gemacht.
Der Abt habe ein höchst bewegtes Leben gehabt, erklärte der Landschaftsverband. In einer Zeit des wachsenden Protestantismus habe er vergeblich versucht, gegen die vermeintlich laxen Sitten in seinem Kloster zu kämpfen, erläuterte der Paderborner Stadtarchäologe Sven Spiong. Nachdem vier seiner Mönche zum Protestantismus übertraten, sei er im Jahr 1598 frustriert von seinem Amt zurückgetreten. Geistig umnachtet und depressiv habe er sich rund 40 Jahre später aus einem Fenster gestürzt und sei wenige Tage darauf gestorben.




















