Er beschäftigte sich mit der Rolle der Übersetzer in der Literatur, hier vor allem in der Lyrik. Er zitierte ein Beispiel für eine danebengegangene Übersetzung: Bei einem russischen Literaten soll es eigentlich heißen "Du mein grünäugiger Gott", daraus wurde dann "Du mein grüngesichtiger Gott".
Die Literatur sei voll von ungenauen Übersetzungen. Übersetzer hätten eine Brückenfunktion und sie würden praktisch als Übersetzer, Linguist und Philologe gleichzeitig arbeiten, dieses solle jeder bedenken, der ein Werk eines ausländischen Schriftstellers in den Händen halte. Kurze und nicht weniger kurzweilige Passagen russischer Literatur, die erst in Russisch und anschließend in der Übersetzung vorgetragen wurden, lockerten den Abend auf.
Die österreichische Autorin Erika Kronabitter stellte unter anderem ihr Kinderbuch "Sarah und die Wolke" vor. Das liebevoll gestaltete und bereits prämierte Buch handelt von einem Mädchen, das aus einer gewalttätigen Familie stammt und schließlich in einer Wohngemeinschaft ein neues Zuhause findet. "Dieses Haus gibt es auch in Wirklichkeit", erzählt Kronabitter. Kinder zwischen vier und 18 Jahren leben dort. Die Romanfigur hilft ihnen: "Zuerst reden sie über Sarah. Im Laufe des Gesprächs kommen die Kinder dann auf sich selbst zu sprechen."
Ulla Klomp ist eine wahre Europäerin, sie lebte schon in einigen europäischen Ländern, der Schweiz widmete sie zwei Bücher, die sie im Selbstverlag herausbringt. Sie las eine spannende Geschichte, bei der es um eine unheimliche Begegnung im verschneiten nächtlichen Oberwalliser Wald geht. Ist der mit einer Stirnlampe ausgerüstete Herr Hirschi wirklich ein Mensch? Ulla Klomp ist außerdem als Malerin, Zeichnerin und Fotografin tätig. Ihr bekanntestes Werk heißt "Grenzgänger".