Aber Ilse Hehn, geboren im deutschsprachigen rumänischen Banat, und Manfred Chobot aus Wien sind auch im Bereich der bildenden Kunst aktiv und dass sie dabei sehr unterschiedliche Wege gehen, obwohl bei beiden die Perspektive des Schriftstellers zu erkennen ist, wurde in der Ausstellung mit dem Titel "Auslagen und Einsichten" im Mindener BÜZ deutlich.
Humorvoll blickt Manfred Chobot in seinen Fotografien wie in seinen Texten auf die Wirklichkeit.
Manfred Chobot bleibt mit seinem Fotografien, die er Bild-Gedichte nennt, nah an seinem literarischen Wirken, denn auch in ihnen erkennt man den Satiriker, manchmal erst nach dem Lesen der Titel mancher Bilder. Er zeigt in seinen kleinformatigen Aufnahmen von Schaufenstern, Vitrinen und Regalen mit ihren Auslagen einen Blick für die Absurditäten des Alltags.
Übermalte Fotografien von Reisen
Auch Ilse Hehn nutzt die Fotografie und zeigt Aufnahmen von Reisen. In ihren Überschreibungen und Übermalungen stellt sie die festgehaltene Wirklichkeit durch Hinzufügen in einen neuen Zusammenhang. Sie begrenzt, ergänzt, unterstreicht oder verschleiert und die handschriftlichen, schwer lesbaren Texte wirken als grafisches Element.
Zur Vernissage ließen es sich die beiden Künstler natürlich nicht nehmen auch aus ihren Texten zu lesen, die in diesem Jahr unter dem Motto "Die Erfindung der Wirklichkeit - Wie macht man aus Wörtern eine Welt?" stehen. Ilse Hehn las passend zu den Bildern lyrische Texte mit Eindrücken aus Ägypten, Norwegen und Rumänien und einen Dialog mit der Liebe.
Manfred Chobots Geschichte von einer Pazifikreise ist die gelungene Charakterstudie eines seltsamen Mitreisenden mit leeren Taschen. Einführung und Moderation übernahm in gewohnt charmanter Weise Peter Küstermann und Jens Niemann untermalte am Klavier.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Oktober im BÜZ während der Veranstaltungen oder nach Absprache (Telefon 0571/23939) zu sehen.