Das seien zu einem Teil neue Mitglieder, die zum ersten Mal in Minden anreisten, aber auch einige Autoren, die lange nicht dabei waren, berichtet Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Steffen. "Ich werte das als ein Zeichen der Solidarität in Zeiten knapper werdender Mittel." Die Stadt Minden hatte ihren Förderbeitrag wegen der prekären Finanzlage wie bereits im Vorjahr von 10000 auf 8000 Euro reduziert, das Land gab seine Förderung erst vor zwei Wochen frei und ein Sponsor habe sich zurückgezogen, berichtet Steffen.
Für Freitag Vormittag habe er knapp 40 Lesungen von Kogge-Autoren in Mindener Schulen organisieren können. Das Honorar wird aus dem Etat der Tagung bezahlt. Seit Jahren pflege die Kogge eine sehr gute Zusammenarbeit mit Domschule, Käthe-Kollwitz- und Freiherr-von-Vincke-Realschule sowie Bessel- und Ratsgymnasium. Als neuere Partner hätten das Leo-Sympher- und das Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg, das Weserkolleg und das Gymnasium Porta gewonnen werden können.
Neben den Lesungen in Schulen bietet die Kogge während ihrer bis Sonntag dauernden Tagung aber auch eine Reihe öffentlicher Lesungen. So werden am Freitag um 17 Uhr im Hansehaus Fritz Deppert, Karoly Mehes aus Ungarn, Susanna Piontek aus den USA und der Schwede Axel Thormählen aus der 2010 veröffentlichten Anthologie "Der Jaguar im Spiegel" lesen.
"Wörter-Sätze-Brücken" sagen, bauen und singen am Freitag um 20 Uhr im Hansehaus Fritz Ratz, dem Initiator des "Moralischen Triathlons", der für Obdachlose läuft, für Umweltverbände schwimmt und für Flüchtlinge radelt, der spitzfedrige Rabenfreund Klaus F. Schneider, der Multikulti-Herzöffner Frederik Vahle, wie es in der Ankündigung heißt.
Beim Poetry Slam stellen sich am Freitag um 22 Uhr im BÜZ Data Barbakadse aus Georgien, Bernd Kebelmann (für den erkrankten Burkhard Garbe), Erika Kronabitter und Horst Landau dem Dichter-Wettstreit mit dem deutschen Slam-Meister.
Einblick in ihre Neuerscheinungen geben am Samstag um 17 Uhr im Hansehaus Rodica Graghinescu und Brigitte Gyr aus Frankreich sowie Bernd Kebelmann, Malgorzata Ploszewska und Charlotte Ueckert. Zur Internationalen Lesung erwartet die Kogge am Samstag um 20 Uhr im Hansehaus Ulla Klomp, Juri Elperin (94), den die politischen Wirren des 20. Jahrhunderts von Davos nach Berlin, Paris, Moskau und nun wieder Berlin verschlugen, sowie einen Überraschungsgast.
Zur Matinee am Sonntag um 11 Uhr im Kleinen Theater am Weingarten wird die Literaturwissenschaftlerin Prof. Heide Ziegler (Stuttgart) anhand von Shakespeares "Hamlet" und "Sommernachtstraum" erläutern, "wie man aus Wörtern eine Welt macht" und greift damit das Thema der gesamten Tagung auf.




















