Bei dem Requiem haben rund 170 Schüler von elf weiterführenden Schulen gemeinsam mit professionellen Sängern und Musikern eine Choreografie erprobt, aus der ein umfassendes Chor-, Orchester- und Tanzprojekt erwachsen ist.
Die Verleihung des Kulturpreises erfolgt im Rahmen des Kirchen-Kultur-Kongresses der EKD am 17. September in Berlin. Die Laudatio hält der Schriftsteller und Theologe Klaas Huizing. Die Auszeichnung ist mit 2017 Euro dotiert. Die Höhe verweist auf den 500. Jahrestag der Reformation 2017. Der zweite Preis geht an den Kunstdienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, den dritten Preis erhält die St.-Lukas-Gemeinde München. Der Grenzgänger-Preis wird seit 2009 verliehen.
"Leuchtturmkonzept der kulturellen Bildung"
"Wir freuen uns sehr. Vor allem, weil Community Dance ein Leuchtturmkonzept unseres Gesamtkonzeptes kulturelle Bildung ist", sagte Bürgermeister Michael Buhre gestern. Es freue die Stadt besonders, dass diese Anstrengung auch von außen wahrgenommen und honoriert werde. Das Kulturbüro der Stadt organisiert seit 2008 die Mindener Community-Dance-Projekte, die eine Idee des britischen Choreografen Royston Maldooms aufgriffen. Zu den Motoren in Minden gehört das Ratsgymnasium, das seit vielen Jahren den Tanz pflegt.
Im Zuge der Vorbereitungen zu Karl Orffs "Carmina Burana" 2008 bildete sich ein fester Kreis von Lehrern verschiedener Schulen, die sich dem Tanz verschrieben haben. Gemeinsam mit ihnen gelang es dem Choreografen Miguel Angel Zermeno bereits damals, die Schüler verschiedener Schulformen und Altersgruppen so sehr für das Projekt zu begeistern, dass sie einen Teil ihrer Ferien für die Proben opferten und das Ergebnis mit viel Engagement auf die Bühne brachten. Auch "Carmina Burana" war ein Erfolg, der über die Stadtgrenzen hinaus Wirkung zeigte: Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratergesellschaft PricewaterhouseCoopers AG (PwC) zeichnete das Projekt als Part des Modellprojekts "KulturSchule" mit dem mit 5000 Euro dotierten Zukunftspreis Jugendkultur der gleichnamigen Stiftung aus. Auch 2008 wirkten die Chöre der Mariengemeinde und das Junge Philharmonische Orchester Niedersachsen mit. Förderer ist seit Beginn die Kulturstiftung der Sparkasse Minden-Lübbecke.
2009 folgte mit "Schritt für Schritt" ein etwas kleiner angelegtes Projekt, insofern als auf Orchester- und Chorbegleitung verzichtet wurde. 2010 wurde mit dem "Verdi Requiem" wiederum ein großes Projekt in Angriff genommen, das im September in der Kampa-Halle Premiere feierte und vom Publikum viel Beifall erntete. In diesem Jahr studierten die Schüler das Requiem noch einmal neu ein, angepasst für die kleinere Bühne beim Kirchentag in Dresden. Auch hier ernten die Akteure euphorischen Beifall.
Nach Auskunft des Kulturbüros wird "Community Dance" 2012 fortgesetzt - dann auf der Bühne des Stadttheaters.