B.B. & The Blues Shacks im Jazz Club
Der Sound der vierziger und fünfziger Jahre hat es B.B. & The Blues Shacks angetan. Doch angestaubt wirkt hier rein gar nichts, wenn Front-Sänger Michael und Gitarrist Andreas Arlt zusammen mit ihren Bandkollegen in der Blues-Kiste kramen. Das hat sich mittlerweile auch international herumgesprochen: Ende Januar waren die Jungs auf einem Jazz- und Bluesfestival in Dubai.
"Ich war mir erst unsicher, wie wir uns dort präsentieren sollen", erzählt Michael Arlt, "aber schließlich sind wir nun einmal so, wie wir sind und letztlich ist unser authentischer Stil auch bei den Arabern gut angekommen."
Im April geht es für die B.B.s, wie sie sich auch einfach nennen, eine Referenz an den "König des Blues" B.B. King, nach Australien und dann in die USA. Dass sie sich dort problemlos mit ihren Kollegen aus anderen Ländern werden messen können, stellten sie mit einem gelungenen Auftritt unter Beweis. Mit handwerklichem Können, Spielfreude, Humor und einer musikalischen Mischung, die neben frischen Interpretationen von Songs aus der Feder bekannter Blues-Größen auch vor einem Boogie von 1929 oder Soul der sechziger Jahre nicht haltmacht. Temperament, Schwung, Frische und wirkliche Passion für die Musik zeichnen diese Band aus, sodass man als Konzertbesucher einfach nicht anders kann, als sie zu mögen.
Und das auch oder vielleicht gerade, weil die gespielten Stücke nicht zu den großen Klassikern gehören. "Wir wollen eben nicht Stücke wie "Hoochie Coochie Man" spielen", erzählt Michael Arlt, "sondern suchen uns die Stücke, meistens unbekannte, aus, die uns gefallen und schreiben auch Stücke, die zu uns passen. Mein Bruder und ich haben eine riesige Blues-Sammlung. Da gibt es viel zu entdecken." Dass sie 100-prozentig hinter dem stehen, was sie machen, spürt der Zuhörer in jedem Moment.
Das Publikum ist immer wieder hingerissen vor Begeisterung, wenn Michael Arlt sich die Seele aus dem Leib singt, sich auf der Mundharmonika in Rage spielt, mit ihr zu den Besuchern vor der Bühne zieht oder eine seiner kleinen humorvollen Anekdoten zum Besten gibt. Es jubelt, wenn Andreas Arlt, der an der Gitarre noch besser und ausdrucksstärker geworden ist, seine hinreißenden Soli präsentiert oder Pianist Dennis Koeckstadt mit flinken Fingern und jeder Menge Swing über die Tasten fegt, während Bassist Henning Hauerken mit feinem Gespür den Groove hält und Schlagzeuger Bernhard Egger mit präzisen Rhythmusgaben antreibt.
Der enge Kontakt zum Publikum, den Frontmann Michael Arlt nie abreißen lässt, trägt außerdem dazu bei, dass die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht. Da wird mitgeklatscht und gejubelt und am Ende eines schweißtreibenden zweiten Sets von hundert Minuten auch noch gerne einer weiteren Aufforderung Michael Arlts nachgekommen: "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Volksgesundheit zu fördern und das Thromboserisiko bei unseren Besuchern zu senken", spricht er und alle stehen auf und tanzen mit der Band einen letzten Rock n Roll. Ein wirklich gelungener Abend.
Nächstes Konzert: Am Samstag, 19. Februar, sind die "Jazzinvaders" mit Funk-Jazz zum "Konzert des Monats" im Jazz Club zu Gast. Bereits am Freitag, 18. Februar, findet die nächste Jam-Session bei freiem Eintritt dort statt.
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