Nach anspruchsvollen Bewerbungsvorspielen waren sie am 28. Mai von einer Fachjury unter dem Vorsitz des Lübbecker Kirchenmusikdirektor Heinz-Hermann Grube ausgewählt worden. Über eine Stipendiumsurkunde und die damit verbundene finanzielle Förderung ihres Musikunterrichtes dürfen sich freuen: Anne Nentwich (Klarinette), Felix Lakomek (Klavier, Gesang), Stefan Neumann (Klavier), Florian Stühlmeyer (Altsaxofon), Erich Dombrowski (Klavier) und Simon Obermeier (Klavier-Musikschule), der aufgrund einer musikalischen Verpflichtung nicht anwesend sein konnte.
Nachdem im letzten Jahr das Stipendium ausschließlich jungen Künstlerinnen zugesprochen wurde, setzten sich diesmal fast nur männliche Kollegen durch. Interessant der Klavierschwerpunkt, zumal erstmalig auch Jazz-Pianisten gefördert werden. Und mit Florian Stühlmeyer ist erneut auch das Saxofon vertreten. Man darf auf das Konzert der Stipendiaten im nächsten Jahr gespannt sein.
Im Anschluss zeigten die aktuellen Stipendiaten, deren Förderung im letzten Jahr begonnen hatte, ihr musikalischen Können. Ohne großes Vorgeplänkel ging das Konzert mit Jacques Iberts (1890-1962) "Concertino da camera" für Altsaxofon und Orchester sofort in die Vollen. Und wieder einmal wusste die 17-jährige Larissa Spilker von der Musikschule Minden, die vor anderthalb Jahren bereits mit Glazunow begeisterte, zu überzeugen und rechtfertigte so die Verlängerung ihres Stipendiums. Solistin wie auch das Orchester waren der überaus komplexen Textur des Werkes gut gewappnet.
Souveränes Zusammenspiel
Die erst 14-jährige Katharina Penner von der Musikschule "Pro Musica" Lübbecke verdiente sich viel Respekt mit ihrer Darbietung des Adagios aus dem Cellokonzert von Edward Elgar, einer Komposition aus dem Jahr 1919, entstanden unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs. Man muss der jungen Künstlerin höchstes Lob dafür aussprechen, sich in so jungen Jahren bereits mit einem solch tiefgründigen Werk auseinanderzusetzen.
Dass die Blockflöte zu Unrecht als reines Anfängerinstrument verschrien ist, stellte Kathrin Härtel mit dem Concerto a-Moll für Blockflöte und Streichorchester von Antonio Vivaldi unter Beweis. Der Auftritt der 19-jährigen Abiturientin, bei dem auch das auf Streicher und Cembalo reduzierte Sinfonieorchester Lübbecke am stärksten agierte, war unbestrittener Höhepunkt des ersten Programmteils.
Umrahmt von Mozarts Haffner-Sinfonie unter der geradlinigen und klar konturierten Leitung Grubes gestaltete sich der zweite Konzertteil mit zwei Sätzen aus Haydn-Werken klassisch-konventioneller, ohne dass das Niveau dadurch beeinträchtigt wurde. Esther Schnepel ("Pro Musica") im Violinkonzert C-Dur und Dorothea Pankratz (Musikschule Espelkamp) mit dem Klavierkonzert D-Dur zeigten sich beide trotz ihrer jungen Jahre sehr souverän im Zusammenspiel mit dem großen Orchester und bewältigten ihren Part sicher und klangschön.
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