Uwe Blaschke dürfte einigen in der Region noch als Schlagzeuger im Gedächtnis sein. In den vergangenen Jahren hatte er sich allerdings zum passionierten Sammler von Beatles-Memorabilia und bundesweit anerkannten Experten für die Handschriften der "Fab Four" entwickelt. Am 7. Juni starb der Mindener im Alter von 57 Jahren "völlig überraschend". Das teilt die Hamburger Ausstellung "Beatlemania" auf ihrer Internetseite mit.
Blaschke, am 13. Juli 1952 geboren, besuchte die Volksschule in Minden und absolvierte eine Lehre als Dekorateur bei Hagemeyer und als Werbegrafiker. Anfang der 70er Jahre gründete er zusammen mit Detlef Schütz und Christoph Steinbock die Band "Sleighride", gab später bei "Virginia", "Candy", "V 8" und "Black Widow" den Takt vor und gehörte schließlich zu den Gründungsmitgliedern der Formation "Snake".
Von 1981 bis etwa 1985 machte er zusammen mit dem Bassisten Peter Koch, der für unsere Zeitung Konzertkritiken schreibt, Musik. "Wir waren in der Zeit dicke Freunde, waren viel im Haus der Jugend und im Windlicht und entwickelten unsere eigene Geheimsprache", erinnert sich Koch. Uwe Blaschke habe schon immer ein großes Zeichentalent gehabt, vielfach Plakate oder Plattencover für die verschiedenen Bands gestaltet und schon immer alles Mögliche gesammelt.
Mitte der 80er Jahre habe sich Uwe Blaschke aus der Musikerszene zurückgezogen, um seinen eigene Werbeagentur in Hille zu gründen. Anfang der 80er Jahre packte ihn eine neue Sammelleidenschaft: Beatles-Memorabilia, von denen er mehrere hundert Einzelstücke zusammengetragen hat. Seine Sammlung gilt als eine der umfangreichsten in Europa und bildet das Herzstück der Ausstellung "Beatlemania" in Hamburg, die im Mai 2009 an der Reeperbahn und damit in der Nachbarschaft zum einstigen Star-Club, in dem die Karriere der Liverpooler begann, eröffnet wurde. Zu den Prunkstücken seiner Sammlung gehört der erste Plattenvertrag, den die Pilzköpfe 1961 bei Bert Kämpfert unterschrieben.
Den Grafiker interessierte von Anfang an vor allem die Warenseite, die Fanartikel. So trug er nach und nach Schautafeln, Magazine, Kaugummi-Bildchen, Schuhe, Gläser, Haar-Pomade und vor allem handsignierte Originaldokumente zusammen, aber ausschließlich Originalobjekte aus der Zeit der Beatles, keine späteren Editionen. So galt Blaschke bei seinen Sammlerkollegen und Auktionshäusern als der Experte für Beatles-Handschriften, wenn es darum geht, Original von Fälschung zu unterscheiden. (mt/och)
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