Das schwedische Trio Nordic vereint Cello, Nyckelharpa (Schlüsselfidel) und Mandoline zu einem einzigartigen Klangbild. Der Name der Gruppe verspricht originäre Klänge und tatsächlich sind die Lieder und Tänze harmonisch und rhythmisch tief verwurzelt in schwedischer Folklore und Tanzmusik, haben aber gerade dadurch die nötige Kraft zur weiten Verästelung in andere Musikwelten.
"Folkexperimental" nennen sie ihre Musik und die Art wie die verschiedenen Instrumente über ein Thema spielen, es variieren und ausschmücken ist für Folkmusik ebenso ungewöhnlich wie der Beginn mit Variationen zu Andenklängen aus Ecuador. Viele der Stücke sind ungewohnt lang, strukturiert und gedehnt durch Exkursionen auf rhythmisch und dynamisch abweichenden, spannenden Wegen, bis zu einem emotionalen Höhepunkt, um dann überraschend wieder zum Thema zu finden. Lautmalerisch, narrativ klingen Titel wie "Vigselregn (Hochzeitsregen)", das den schwedischen Regen spüren lässt oder "Andreys new Shoes", bei dem sogar das Quietschen hörbar ist.
"Barriären", das einzige Gesangsstück, klingt wie ein alter Folksong im neuen Takt und "The Breakdown" hat schon beinahe einen rockmusikalischen Ansatz, nur eben auf Akustik-Instrumenten gespielt. Fast alle Kompositionen stammen von den Musikern selbst und zeigen Kreativität und Kenntnis musikalischer Quellen. Das Zusammenspiel der sympathischen Musiker ist lebendig und mitreißend.
Am Cello wird auch gezupft
Am Cello wird auch gezupft
Anders Löfberg bearbeitet sein Cello nicht nur mit dem Bogen, sondern setzt es auch zupfend wie einen Kontrabass ein und trommelt auf Hals und Korpus. Erik Rydvall bringt seine Nyckelharpa nicht ausschließlich traditionell ein und erzeugt auch ungewohnte atmosphärische Klänge. Magnus Zetterlunds Spiel auf der Mandoline erinnert an irische Folklore oder Bluegrass und vereint Akkordspiel und schnelle Melodiebögen.
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