Choreograf Zermeño entwickelt mit 170 Schülern Tanz zu Verdis "Requiem"/ Aufführung mit großem Chor und Orchester
"Ich fühle mich in Minden von allen Organisatoren sehr unterstützt, darum traue ich mir das zu", sagt der gebürtige Mexikaner, der in Bonn lebt und arbeitet. Für Mindens ersten Community Dance "Carmina Burana" vor zwei Jahren hatte er zuvor in seiner Wahl-Heimat bereits Erfahrungen gesammelt. 2009 folgte mit "Schritt für Schritt", bei dem jede Gruppe eine kleine Choreografie zu Musik vom Band erarbeitete, eine etwas kleinere Ausgabe. Jetzt wagt sich Zermeño für das zweite große Projekt, das wieder von einem Orchester und Chören begleitet wird, mit den Schülern auf völliges Neuland. Das Ergebnis wird am 11. September um 19.30 Uhr und am 12. September um 18 Uhr in der Kampa-Halle vor großem Publikum präsentiert.
Ausgerechnet ein Requiem, eine Totenmesse, für die Arbeit mit Jugendlichen? "Das Thema Tod kommt in unserer Gesellschaft zu kurz", sagt Cordula Küppers, stellvertretende Schulleiterin am Ratsgymnasium und eine der Initiatorinnen des Mindener Community Dance. Das Requiem sei auch die Feier des Abschieds und darum trage das Projekt den Untertitel "Hommage an das Leben".
Außerdem 240 Sänger und Orchester beteiligt
"Ich möchte nicht den lateinischen Text in Bewegung übersetzen", bekräftigt auch Zermeño diese Zielrichtung. Er wolle keine moralische Botschaft übermitteln, sondern habe ein Drehbuch zu dem Stück kreiert, das nicht illustriert, was die Musik ausdrückt, sondern kleine Geschichte darum herum entwickelt. Das Bewegungsmaterial dazu liefere jeder einzelne Mitwirkende, betont der Choreograf, der bei der Ausgestaltung und Einstudierung von der Dresdner Tänzerin Friederike Rademann und der Mindener Tanzpädagogin Petra Nottmeier unterstützt wird. In dieser Woche arbeitet Zermeño bereits mit allen Gruppen, im Mai und Juni sowie in den Sommerferien folgen weitere Arbeitsphasen.
Das Musikstück hat Zermeño gemeinsam mit Marienkantor Manuel Doormann ausgewählt. "Ich mag diese Musik sehr und denke, dass auch die Schüler im Lauf der Zeit Gefallen daran finden werden", ist der Choreograf überzeugt. "Wir haben nach einem großen Chorwerk gesucht und gleichzeitig nach einer Komposition, mit der die Mitwirkenden etwas anfangen können", erläutert Doormann. Mit der Kantorei St. Marien, Jugendkantorei, Kammerchor und Singschule wird er 240 Sänger aller Generationen dirigieren. Hinzu kommen gut 60 Musiker vom Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen. "Das sind Studenten in den letzten Semestern, die eine hohe Motivation mitbringen", berichtet der Kantor.
"Community Dance ist ein wichtiger Baustein der kulturellen Bildung in Minden", betont Fachbereichsleiter Joachim Meynert. Er freut sich, in der Sparkasse Minden-Lübbecke einen Förderer für dieses Projekt gefunden zu haben, denn wegen des Haushaltsdefizits "müsste sich die Stadt sonst aus diesem wichtigen Projekt verabschieden". Die Sparkasse trägt dieses Projekt neben ihrer üblichen Kulturförderung, "weil wir uns als Förderer von Ideen für die Region verstehen", betont Pressesprecher Gerald Watermann.
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